Du bist, was du Fickst? Der nicht Skandal um Nadja Drygalla!

Berliner Morgenpost, die Taz, die Welt, BZ,  Rhein-Zeitung und einzelne Schreiber in den Foren der Piratenpartei. Was eint all diese?

Sie machen aus einer jungen Frau, die mit einem Rechtsradikalen, vulgo: einem Nazi, verpartnert  ist, eine „Nazi-Braut“. Mal mit, mal ohne Anführungszeichen oder binde strich.

Immer aber mit dem Wunsch, zu denunzieren, sie zu etwas zu machen, was der Skandalisierung einer Beziehung dienen kann. Die degradieren einer Frau zu einem Anhang, zu etwas nicht eigenständigen, ist zutiefst Sexistisch! Der „Braut“ wird jede Individualität genommen, ihr wird jede eigene Politische Meinung abgesprochen. Sie ist zum Anhängsel eines Mannes gemacht worden, der eine, zurecht als Widerwärtig Kritisierte, Politische Ideologie vertritt.

Was sie denkt, interessiert nicht. Nadja Drygalla ist für die Öffentlichkeit eine „Nazi-Braut“! Sie ist kein eigenständiges Wesen, sondern Anhang eines Mannes!

Um es mit aller Deutlichkeit zu sagen: wer in Bezug auf Nadja Drygalla von einer „Nazi-Braut“ spricht und meint, etwas anderes als eine armselige Sexistische Gestalt zu sein, ist nicht ernst zu nehmen!

Sexismus bleibt Sexismus, auch wenn die Opfer Freundinnen von Nazis sind.

Aber das ganze hat einen viel Tiefer gehenden Sexistischen Aspekt.

Nur zutiefst Sexistische Denkstrukturen gepaart mit billigen Populismus und antifaschistischen Attitüden können dazu führen, das die Idee „Du bist, was du Fickst“ bei Nadja Drygalla zu einem Politischen Thema werden konnte!

Nur eine Gesellschaft, die zutiefst von Sexistischen Denkstrukturen durchdrungen ist, kann  ernsthaft darüber diskutieren, dass es bei einer Frau von irgendeiner Relevanz sein könnte, was ihr Partner denkt!

Natürlich kommt dabei zum Tragen, das sich hierbei Sexistische Denkstrukturen mit Pseudo-Antifaschismus verknüpfen lassen.

Dieses Muster funktioniert sowohl in der Paarung Frau+Nazi als auch in der Paarung Kluge und erfolgreiche (eher Linke) Frau+Einflussreicher Man.

Sara Wagenknecht ist um Beispiel Opfer der Verbindung von Sexistischen Denkstrukturen mit plumpem Antikommunismus geworden.

Eine Frau wie Sara Wagenknecht, die über Jahre hinweg für politisch unpopuläre Ziele gekämpft hat, dabei Karriere gemacht, wird plötzlich zum Anhängsel von Oskar Lafontaine.

Nicht sie entscheidet, zu kandidieren, sondern O.L. entscheidet dies, beziehungsweise hält sich die Option Wagenknecht offen. Seitdem die Welt Weiß, das Sara Wagenknecht mit OL verbunden ist, wird sie nicht mehr über sich selbst, sondern über OL definiert und alle schauen zu und niemanden wundert es!

Aber zurück zum Thema.

Ich frage mich nur, warum bei Marga Beckstein niemand von der „ChrsistSozi Braut“, bei Andrea Gysi niemand von der „Linken-Braut“ bei Anke Stadler niemand von der „Sozi Braut“ spricht?

Nein ist natürlich keine Frage. Das lässt sich nicht skandalisieren. So was würde sofort als Sexistisch gebrandmarkt werden.

Der nicht Skandal  um Nadja Drygalla hingegen lies dem feuchte Träume Träumenden Mob in den Zeitungen und den Foren dieser Republik Gestalt verleihen.

Das ist das widerliche an der ganzen Sache. So zu tun, als ginge es um Antifaschismus und eigentlich an den Deutschen Ruf im Ausland zu denken. Die Biographie eines Mannes zu Veröffentlichen und eine Frau zu meinen. Konsequenzen, ja Aufklärung und Untersuchungsausschüsse zu fordern, weil eine Frau einen Mann liebt.

Was gibt es schöneres für Sexisten, als öffentlich eine Frau zu demütigen und zu erniedrigen und dabei noch so zu tun, als kämpfe MAN um etwas Richtiges?

Nichts, aber auch Garnichts an dieser Pseudo Affäre ist von Sexistischen Denken zu Trennen. Es gibt niemanden, der Nadja Drygalla nachgesagt hat, das Gedankengut ihres Freundes zu vertreten.  Was ihr nachgesagt wurde ist, das sie freiwillig(?) den Polizei dienst in Mek-Pom verlassen hat. Dies wird als Beweis dafür genommen, das  bei ihr ja doch was nicht stimmt.

Andersherum wird ein Schuh draus! Wäre sie im Polizeidienst verblieben, wäre der Spießrutenlauf, dem sie ausgesetzt wäre, noch Brutaler,  als das, was zurzeit abläuft!

Die gesamte Affäre Michael Fischer ist ein Beweis dafür, wie sehr die Öffentlichkeit auch  heutzutage noch bereit ist, unkritisch eine Frau über ihren Mann zu definieren, wenn den der Mann nur einer „Pfui“ Gruppe angehört.

Die Täter, die die Gesinnung von Michael Fischer zum Anlass genommen haben, die mediale Hetzjagd auf Nadja Drygalla zu eröffnen, sind zurzeit dabei, ihr schäbiges Verhalten mit Pseudo Argumenten zu Verteidigen.

Sie bringen „Beweise“ vor, die ihre Mediale Sippenhaft  untermauern sollen.

Zum einen wird aus der die Dauer der Beziehung auf Ideologische Gemeinsamkeiten geschlossen.

Die Dauer einer  Beziehung lässt kaum Schlüsse auf die Gesinnung zu, es sei denn, man ist bei der Bild, dem Spiegel, der Zeit oder der BZ (um nur einige zu nennen)  beschäftigt. Was wählt eigentlich die Frau von Gregor Gysi? Ausgeblendet wird hierbei  die Frage, ob und inwiefern die politische Anschauung innerhalb der Partnerschaft überhaupt eine Rolle spielt.

Der andere „Beweis“ ist der Rückzug von Nadja Drygalla aus dem Olympischen Dorf.

Hierzu kann man sagen: blöder geht es nicht mehr.

Das Rückzug-Indiz ist absolut haltloser Quatsch. Jemandem eine nicht getätigte Aussage als Schuldeingeständnis anzulasten ist unverfroren und Dreist. Einem Angeklagten wird in einem Rechtsstaat das Recht auf Aussageverweigerung eingeräumt, im Falle von Nadja Drygalla wird diese Aussageverweigerung als Schuldeingeständnis gewertet.

Im Übrigen ist es unverfroren, die Weigerung, Auskünfte über das eigene Liebesleben zu erteilen, als Eingeständnis irgendeiner Schuld zu benutzen. Beweise sehen anders aus.

Wo bleiben eigentlich die Stimmen der Vernunft in dieser nicht Affäre?

Und: wo bleiben die Feministinnen, die den Sexismus in der Affäre Michael Fischer kritisieren?

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One Comment - “Du bist, was du Fickst? Der nicht Skandal um Nadja Drygalla!”

  1. riffmaster Says:

    Noch ein weiterer interessanter Aspekt zum „Fall“ Drygalla auf den Nachdenkseiten: http://www.nachdenkseiten.de/?p=14063


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