Volker Beck sein Eheersatz ist elf Jahre alt

Es gibt in der Bundesrepublik keine HomoEhe. Es gibt in der Bundesrepublik auch keine Gleichgeschlechtliche Ehe.

In der Bundesrepublik gibt es die eingetragene Lebenspartnerschaft für homosexuelle Paare.

Seit der Abschaffung des Paragrafen 175 ist dies, seit dem 1. August 2001 gültige Gesetz, das erste Sondergesetz für Homosexuelle Menschen in der BRD.

Dieses Gesetz als Erfolg zu verkaufen, die Zementierung von Ungleichheit zu den Hereros als Sieg zu verkaufen war und ist Selbstbetrug.

…Soll Ich’S Wirklich Machen, Oder Lass‘ Ich’S Lieber Sein?“

Viel entscheidender ist aber: dieser Selbstbetrug hat die neuen Privilegierten, Verpartnerte Schwule und Lesben, von anderen Gruppen getrennt.

Aber was tut Mensch nicht alles, wenn er sich selber Privilegien verschaffen kann? Mensch akzeptiert sogar die „Heteronormierung der Homosexualität“. Man macht sich zum Schlechteren „Hetero“ der anstrebt, von diesen nur noch durch die Tatsache, dass er zuhause im Ehebett was gleichgeschlechtliches F…., unterscheidet.

Wichtig ist aber auch, das durch das propagieren der „Lebenspartnerschaft“ als das Modell für zusammenleben von Queer ein Heteronormiertes Lebensmodell als Normalität Propagiert wurde.

Allen Queer wird, durch das Modell der „Lebenspartnerschaft“ die monogame, auf Dauer angelegte, traditionell hierarchische und staatlich beglaubigte Zweierbeziehungen als DAS anzustrebendes Lebensmodell empfohlen.

Hinzu kommt, das durch das Modell der „Lebenspartnerschaft“  die künstlichen Gegensatzpaare Frau/Mann Hetero/Homo etc. weiter zementiert und nicht in Frage gestellt werden.

Hinzu kommt, dass große Gruppen von Menschen wie Transgender und Intersexuelle von jeglichen Verbesserungen komplett ausgeschlossen sind.

…Jein. (Ja-Ja Oder Nein)“

Dadurch, das sich das Heteronoramtive Lebensbild einzelner, angeführt von Volker Beck, gegen die Buntheit der Lebensentwürfe durchgesetzt hat, befinden sich Fortschrittliche Menschen, in einer misslichen Situation.

Sie werden durch die Politik der weiteren Privilegierung einer Minderheit der Queer dazu gezwungen, sich entweder gegen diese Politik zu positionieren oder sich angeekelt abzuwenden.

Kurze Reise durch die Zeit zum 28. Juni 2012.

Am 28. Juni 2012 wurde im Bundestag ein Antrag zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare behandelt.

Ein wichtiges Thema?

Ein Thema, bei dem, wie ich hoffe, eine Fraktion der Piratenpartei,sich zu mindestens der Stimme enthalten hätte.

Besser hätte ich es gefunden, wenn der Rot-Grünen Show des „wir verteilen Privilegien ab bestimmte Lebensformen“ und diskriminieren weiter alle davon abweichenden eine Piraten Position entgegengestellt worden wäre!

Die damaligen Äußerungen der Piraten und Queeraten zum Thema lassen mich allerdings überlegen, ob eine Position dazu gefunden worden wäre!

Nur mal so, zu Erinnerung; die „Piraten bekennen sich zum Pluralismus des Zusammenlebens. Politik muss der Vielfalt der Lebensstile gerecht werden und eine wirklich freie Entscheidung für die individuell gewünschte Form des Zusammenlebens ermöglichen. Eine bloß historisch gewachsene strukturelle und finanzielle Bevorzugung ausgewählter Modelle lehnen wir ab.“ [1]

„…Soll Ich’S Wirklich Machen, Oder Lass‘ Ich’S Lieber Sein?“

Eine Gleichstellung von Lebensgemeinschaften von schwulen und Lesben ist nichts, was einen weg hin zu einem Pluralismus des Zusammenlebens öffnet!

Die, im am 28. Juni 2012 abgestimmten Antrag enthaltene Forderung zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare beinhaltet die weitere einseitige Privilegierung der Ehe.

Nur das Schwule und Lesben jetzt noch tiefer den Kreis der privilegierten vordringen sollten! Nun mag es ja für einige Schwule und Lesben erstrebenswert sein, ihre Form der Sexualität durch das Ehe-Privileg gefördert zu sehen.

Mit Gleichberechtigung hat das aber nur am Rande zu tun.

Die Regiede Zweigeschlechtlichkeit, das abzielen auf die Normierung der Sexualität der Menschen ist dem Entwurf von Volker Beck als Geburtsmahl mitgegeben worden.

Und genau das ist das, wo ich hoffe, dass es die Piratenpartei nicht will!

Das Ziel der Piratenpartei ist, der Privilegierung eines wie auch immer gearteten Zusammenlebens von Menschen in Form der Ehe ein Ende zu bereiten!

Besonders, wenn es bedeutet, sie geschlechtlich und sexuell zu definieren und so die Selbstbestimmung der Normirungssucht der Staats gläubigen auszusetzen.

Genau das ist das Gegenteilig vom damaligen Beck Entwurf!

Piraten wollen, im Gegensatz zu Ro-grün, keine Institutionalisierung von Beziehungen und Geschlechterverhältnissen, die zu finanziellen Abhängigkeiten führen.

Die Piratenpartei tritt für die rechtliche Gleichstellung aller Lebensweisen ein! Und das ist auch gut so! Der Volker Beck Antrag war Kilometer weit weg von dieser Position!

Ihre Mitglieder beschimpfen auf Twitter und in Presse Mitteilungen Menschen, die gegen ein Gesetz stimmen, das die Piratenpartei so nicht will?

Ich nenne es mal absurd, meine aber eigentlich Bekloppt.

Vor allem, weil die Beschimpfung nicht wegen der Blödheit der gründe kam, sondern wegen der tatsche des dagegen sein.

Die hemmungslose Bereitschaft, sich von demjenigen, der die Privilegierung der von ihm gewünschten Lebensform zu seinem Lebensziel gemacht hat, zum Jubelpiraten machen zu lassen, lies in meinem Tisch Dellen zurück.

Die meisten Queeraten und Piraten werfen sich, besinnungslos vor was auch immer, dem Gesetzentwurf, der die Privilegierung der wenigen und die Stützung der Ehe im Allgemeinen zum Ziel hat, an den Hals?

Ja, so ist das, wen Ziele nichts sind.

Was mich, im Nachhinein, schockiert ist die tatsche, das ausgerechnet die Abgeordneten Karin Binder, Inge Höger, Andrej Hunko, Ulla Jelpke und Niema Movassat der Fraktion „Die Linke“ in ihrer Persönlichen Erklärung zur Stimmenthaltung näher an der Position der Piratenpartei sind als viele ihrer Mitglieder. [2]

Es gibt wirklich absurde Dinge, die passieren können!

Rückkehr in die Gegenwart.

„…Ich Habe Einen Freund.“

Ausgehend von dem Bekenntnis im Grundsatzprogramm der Piratenpartei zum „Pluralismus des Zusammenlebens“ gehe ich eigentlich davon aus, das die Piratenpartei etwas wie die HomoEhe ebenso ablehnt wie die Gleichgeschlechtliche Ehe.

Eigentlich lehnt die Piratenpartei Ehe, definiert als „Rechtsinstitut des bürgerlichen und damit zugleich des staatlichen Rechts“ und als Nordbildende Form des Zusammenlebens, absolut ab.

Aber die, die ihr Lebensglück in einer Form des Staatlich sanktionierten Zusammenlebens sehen, sollen das auch bekommen.

Was die Piratenpartei aber von anderen unterscheidet ist, das kein Modell das Zusammenlebens das Norm prägende sein soll. Wenn Menschen die Heteronormativ geprägte Form des Zusammenlebens von zwei Menschen bevorzugen: warum nicht.

Sie werden nur keine Privilegien erhalten.

Darum, liebe Leute, hört auf euch Gedanken zu machen, ob HomoEhe. oder Gleichgeschlechtliche Ehe der bessere Ausdruck für ein Ziel ist.

Besonders der Transgender/intersex bereich wird in so einer Diskussion komplett ignoriert. Strikte Zwei-Geschlechter und Zwei Sexualitäten Trennung in Frau/Mann, Hetero/Homo als Gegensatzpaar dominiert auch hier Bereiche unseres Denkens. Davon müssen wir uns lösen und uns klar machen, das die Überwindung dieser Gegansatzpaare unser Ziel ist.

Die Piratenpartei anerkennt das Recht auf Ehe aller Menschen, die heiraten möchten, unabhängig von der selbst definierten Identität und ebenso unabhängig von der Geschlechtlichen oder mengenmäßigen Zusammensetzung des Paares.

„…Ein Guter?

Sozusagen Mein Bester, Und Ich Habe Ein Problem“

Die Forderung nach der HomoEhe/Gleichgeschlechtlichen Ehe mag Wählerstimmen generieren, ist aber verlogen und Politik 1.0.

Redet nicht von HomoEhe/Gleichgeschlechtliche Ehe wenn ihr unser Familienpolitisches Programm meint. Seit ehrlich.

Seid ehrlich zu euch und den Menschen. Den meisten ist die Institutionalisierung des zusammenleben doch sowieso egal. Queer selben übrigens auch, sogar  wenn es dafür einige Privilegien mehr gibt.

Zwischenüberschriften aus „Fettes Brot Jein“ Link zum Video http://www.youtube.com/watch?v=QjJEnRpCwMw

Neu an dieser Stelle: Danksagungen.

Ich danke Norbert, Ute, Sabine, Roman, Bernd und Mike, das ihr mich dazu gebracht habt, noch mal über dem Herren Beck seinen Eheersatz nachzudenken.

[1] http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Freie_Selbstbestimmung_von_geschlechtlicher_und_sexueller_Identit.C3.A4t_bzw._Orientierung

[2] http://linke-queer-nrw.de/?p=1109

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