Innocence of Muslims: Verbieten, Erlauben und Intelligenteres

Ich war heute Nachmittage überrascht und entsetzt, als Meine TL plötzlich mit der „Schlacht“ der Tweets um den Film „Innocence of Muslims“ geflutet wurde.

Diese Kampf der Tweets hat nun im LQFB der Piratenpartei in Form von Initiativen eine Fortsetzung gefunden.

Nur weil ein Vorsitzender einer Piraten-Fraktion in einem Landtag den Film „Verbieten“ will, bricht innerhalb der Piratenpartei ein Glaubenskrieg aus?

Ich bin plötzlich gezwungen, Partei zu ergreifen zwischen der Finsternis und dem Licht. Dabei bin ich Grau. [1]

Absurd.

…Non! Rien de rien …“

Die Piratenpartei hat bei deutlich blöderen werken der Filmgeschichte Ruhe und Gelassenheit bewahrt.

So zum Beispiel wurde ganz gelassen auf das antisemitische Machwerk „Tal der Wölfe – Palästina“ reagiert und keine PM zum Startdatum des Films raus gehauen.

Der Piratenpartei war es ein nichts an Aufregung wert, das dieses, zum Morden an Juden aufrufende Machwerk am „Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus “, den 27. Januar 2011 starten sollte.

Genauso wenig gab es Unmutsäußerungen oder Zustimmenden Applaus, als die FSK verfügte, dass der Kinofilm nicht in den deutschen Kinos anlaufen darf.[2]

Ich will jetzt einmal nicht annehmen, dass das in beiden Fällen etwas damit zu tun hat, das der Film Antisemitisch Grundiert war.

…Non ! Je ne regrette rien“

Warum ich das erwähnt habe, werde ich nach dem Eingehen auf die jetzige Situation darstellen.

Der „Film“ „Innocence of Muslims“ ist ein übles Machwerk, andere nenne so was künstlerischen Müll.

Bei der Ankündigung von Pro Deutschland, der die Reaktionen in der BRD, auch die der Piratenpartei auslöste, den Film zu zeigen, geht es nicht um die Kunst oder Meinungsfreiheit.

Hier geht es um das Verlassen des Punktes gesellschaftlicher Bedeutungslosigkeit der Pro Bewegung durch Provokation.

Der bedeutungslose Haufen von Politirren wünscht sich nichts mehr als Ausschreitungen von Muslimen. Das war schon die Taktik der NRW Pro Bewegung, die die Landtagswahl in diesem Jahr mit einem Wahlkampf unter das Motto der Provokations Maximierung bestritt.

Und Dank aufgehetzten Salafisten ging die Rechnung auch auf.

…Ni le bien qu’on m’a fait“

Der unterschied der jetzigen Situation zum Landtagswahlkampf in NRW ist lediglich, dass sie vor dem Hintergrund gewaltsamer Krawalle und einer bereits andauernden ideologisch-religiös-politisch geprägten Auseinandersetzung stattfindet.

Diejenigen, die, außerhalb der Piratenpartei, ein Verbot der Filmaufführung fordern, sind die Politiker, die auf alles mit Verboten Reagieren. Die NPD kommt in einen Landtag: Verbieten wir die NPD. Es soll ein Camp von jugendlichen, die sich gegen Nazis engagieren geben: Verbieten, weil uns das nicht gefällt.

Es sei daran erinnert, dass die Union, die Bibelverteilungen durchführt, schon eine Koranverteilung verbieten wollte.

Man muss den Müll, der als „Film“ daherkommt, nicht mögen, denn er ist eine Provokation.

Man muss das Buch, das als heiligstes der Muslime gilt, nicht mögen und eine Koranverteilung ist, für viele Menschen, eine Provokation.

…Ni le mal tout ça m’est bien égal!“

Beide habe aber eines gemeinsam: sie sind von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Hinzukommt: Die Kunstfreiheit gilt selbstverständlich auch für extrem schlechte Filme und schlecht geschriebene Bücher. Letzteres habe ich für die Atheisten wie mich hinzugefügt.

Die Verbotsbefürworter inerhalb der Piratenpartei haben auch gute Gründe anzubieten, die ich eigentlich teile.

Der „Filmemacher“ will Hass sähen. Sein Ziel ist es, Menschen mit seinem Film zu verletzen und, wenn es für ihn gut läuft, zum Töten zu animieren. Um sein Ziel zu erreichen, versucht er die maximale Provokation. Er hat seinen Film maximal verschärft, um mehr Zündstoff in seine Filmbombe zu packen.

Wenn sie sagen, dass diesem Film das Mäntelchen der Presse- und Meinungsfreiheit entrissen werden muss, haben sie ein starkes Argument.

C’est payé, balayé, oublié “

Für mich ist entscheidend, dass ein Verbot des Films eine Konzession gegenüber religiösen Fundamentalisten wäre und würde sie dazu ermutigen, kritische Auseinandersetzungen mit jeglicher Religion, nicht nur dem Islam, künftig zu verhindern.

Wären die Demokraten früherer Zeiten angesichts der religiösen Proteste, mit denen sie zu kämpfen hatten, so eingebrochen wie einige Piraten, würden in Europa wahrscheinlich heute noch die Inquisitoren wüten.

Für mich ist aber auch entscheidend: beide Positionen sind Reaktiv, Duldend, Leidend. Aus dem Reinen „Wir sind gegen ein Verbot“ entwickelt keine Initiative gegen den Hass, der Menschen Muslimischen Glaubens durch den Film entgegengebracht wird.

Ebenso versucht ein Verbot nur das „Böse“ auszuschließen, bekämpft damit aber nicht dessen Existenz.

Je me fous du passé!“

So wie bei Tal der Wölfe will ich, das wir das Künstlerische nichts an Film als nichts diskussionswürdiges begreifen und aktiv gegen die Auswirkungen der Filmexistenz Positionieren.

Ich möchte, das die Piratenpartei klar macht: ja, ihr habt das Recht, eure Intellektuelle Umweltverschmutzung offen zu zeigen, aber wir sind mit dem Dreck nicht einverstanden.

Verbieten ist ebenso einfach wie Erlauben, es erfordert kein handeln.

Wie Stehen für die Freiheit der Menschen, zu glauben und zu sehen, was sie wollen, ein, ebenso wie im eingangs genannten Fall von ekeligem Antisemitismus.

Und darum Mobilisieren wir mit andern gegen euch den Film, auf allen ebene, denn das ist Meinungsfreiheit.

Wir versuchen eine Demo gegen die Filmvorführung, mit alle anderen säkularen Kräften in diesem Land, zu organisieren. Eine Demo gegen „Hassprediger“, vielleicht unter dem Motto „Keine Solidarität mit Hasspredigern“.

Ach ja, Mensch glaubt es kaum, aber ich unterstütze, aus genau den dargestellten gründen, die lqfb Initiative i4644: Piratenpartei gegen Aufführungsverbot von „Innocence with Muslims“, Organisation einer Großdemonstration gegen Rechtspopulismus [3]

Zwischen Überschriften aus Edith Piaf – „Non, je ne regrette rien“ http://www.youtube.com/watch?v=JKPvx38D4GM

[1]“Ich bin grau. Ich stehe zwischen der Finsternis und dem Licht. Wir alle sind grau. Gemeinsam stehen wir zwischen dem Licht und der Finsternis.“ aus B5, http://www.b5wiki.de/wiki/Grauer_Rat

[2] Ich habe zumindest nicht den Hauch von Informationen dazu in unsere zentrale Archiv Datei, dem Internet, gefunden.

[3] https://lqfb.piratenpartei.de/lf/initiative/show/4644.html

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