Jeden Tag einen schlechter Antrag, Tag 2: PA075 – Gemeinsames Sorgerecht

Wie am 05. November angekündigt, werde ich bis zum 23. November Jeden Tag einen schlechter Antrag besprechen. Heute ist es

PA075 – Gemeinsames Sorgerecht – keine Diskriminierung von nichtehelichen Kindern

Worum geht es?

Dem Title nach um das gemeinsame Sorgerecht von Vätern und Müttern für gemeinsame, nichteheliche, Kinder.

Beginnen tut der Antrag Machtvoll und klagt ein, in den Augen des Autors, bitteres Unrecht an. Er schreibt „Allen Eltern, unabhängig ob verheiratet oder nicht, steht gemäß Art. 6 unseres Grundgesetzes die elterliche Sorge für ihr Kind zu.“[1]

Er bezieht sich damit auf Art. 6, 2 „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“[2]

Er stellt weiter dar, das seiner Meinung nach §1626a Absatz 1 Nr. 1 BGB verfassungswidrig ist.[3]

Was er anprangert ist, das Nichtverheiratete Eltern sich bezüglich des Sorgerechts einig sein müssen, oder das Sorgerecht bei der Mutter verbleibt.

Seine Forderung ist daraus abgeleitet „Nichtverheirateten Vätern sollte grundsätzlich mit der rechtlichen Anerkennung ihrer Vaterschaft die Inhaberschaft der elterlichen Sorge von Amts wegen beurkundet werden, explizit ausgenommen davon sollten Kinder sein, bei denen die Schwangerschaft nachweislich durch eine Straftat entstanden ist, in diesem Fall sollte weiterhin eine gemeinsame Sorgerechtserklärung oder ein Beschluss vom Familiengericht bindend sein.“[1]

Was spricht dafür:

Nichts, schlicht nichts. Es geht dem Autor in allem, was er schreibt nie um Kinder, immer nur um Väter.

Was spricht dagegen:

Das dagegen entsteht aus der Beantwortung der Frage: was will der Antrag?

Eigentlich nur, dass das kindeswohl, um das es ihm zu gehen er vorgibt, in Zukunft hinter dem Recht der Väter zurücktritt.

Nach der zurzeit gültigen Regelung ist es so, dass es die elterliche Sorge für das gemeinsame Kind ja defacto schon gibt. [4]

Etwas, das es schon gibt, erreichen zu wollen, indem man etwas anderes fordert ist ein recht Merkwürdiges vorgehen.

Der ist stand: Wenn der nichteheliche Vater das Sorgerecht für das gemeinsame Kind beantragt, hat die Mutter nur noch ein schwaches Mitspracherecht.

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, das die gemeinsame Elterliche Sorge gewährt werden muss, wenn zu erwarten ist, das sie dem Kindeswohl entspricht.

Nur wenn eine gemeinsame elterliche Sorge das Kindeswohl gefährdet, ist die gemeinsame elterliche Sorge nicht einzurichten.

Und hier das Kindeswohl vorzuschieben, wenn es schlicht darum geht, von der Betrachtung des Kindeswohls weg hin zum propagieren „Väterrechten“ zu kommen, ist der zweite Kritikpunkt am Antrag.

Mit dem Kindeswohl wird Argumentiert, um vom Propagieren von „Väterrechten“ abzulenken.

Der Satz mit der „nachweislichen Straftat“ ist jener, der ihn auch scheitern lassen sollte. Zwischen anzeige und Verurteilung eines Vergewaltigers („nachweislichen Straftat“) vergehen in der BRD bis zu zwei Jahre, also einer Zeit, in der der Vergewaltiger bis zu 15 Monate lang das recht hat, das Opfer seiner Tat mit seinem Anspruch auf „Sorge“ für das Ergebnis seiner Gewalttat zu konfrontieren. Hinzu kommt, das in der BRD nur ein Bruchteil der Fälle von Vergewaltigung verurteilt werden.

Letztendlich ist es auch der Versuch, zuzulassen, das „Erzeuger“ Macht über Frauen ausüben. „Erzeuger“ soll so das Recht gegeben werden, sich in das Leben der Kinder und damit der Frauen, die sie geboren haben, einzumischen. Indem der Frau ungefragt und auch gegen ihre willen ein Mann aufgedrängt wird, der sich in das Leben des Kindes, und damit ihres Einmischen darf, wird ihr leben fremdbestimmt.

Der andere Punkt ist, das der Autor hehre Worte um das Recht der Väter, eine Sorge um das Kind anmelden zu dürfen, verliert. Kein Wort jedoch verliert er um die Pflicht der Erzeuger, das Kind materiell zu unterstützen.

Fazit:

Absolut dagegen!

[1] http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA075

[2] http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_6.html

[3] http://dejure.org/gesetze/BGB/1626a.html

[4] Gemeinsames Sorgerecht bei nichtehelichen Eltern

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15 Kommentare - “Jeden Tag einen schlechter Antrag, Tag 2: PA075 – Gemeinsames Sorgerecht”

  1. Klischeepunk Says:

    Ein „nicht verurteilter Vergewaltiger“ ist keiner, daher halte ich DEN Punkt der Argumentation für _mehr_ als gefährlich. Was du hier tust ist „in dubio pro reo“ schlichtweg „wegzuwerfen“. Hier würde ich eher den Ansatz einer schwebenden (nicht)Wirksamkeit gehen bis zum Abschluß des Verfahrens.

    Den Machtpunkt halte ich auch für etwas… fragwürdig, da wir einfach mal von gleichen Rechten und auch Ansprüchen _beider_ Elternteile ausgehen sollten. Grundsätzlich also auch die Gemeinsame Sorge (Rechte aber natürlich auch Pflichten). Interessant ist hierbei bspw. auch die Gleichstellung der „Partnerschaft welcher Form auch immer“ mit der „Ehe“ in der das Sorgerecht zwischen den Eltern geteilt würde. (Wir setzen uns für alternative Formen der Familie ein blablubb)

    In einem gemeinsamen Sorgerecht wäre außerdem die „Pflicht Sorge zu tragen“ geregelt -> Materielle Unterstützung ist entsprechend miteingeschloßen.

    Die Subjektive Beurteilung sollte hier übrigens nicht im Wege stehen. Nur weil ich mich um _mein_ Kind kümmern will (es ist auch meins als bilogischer Vater), muss ich es noch lang nicht mit der Mutter aushalten. Bzw. die Mutter mit mir. Es geht nicht um die Mutter – es geht auch nicht um den Vater – es geht um das Kind. Dessen Wohl wurde weder in der Antragsargumentation noch in deiner Angesprochen und daher halte ich beide für daneben.

    Wäre deine Antwort ein Antrag würde ich sagen: Beide ablehnen.

    • kpeterl Says:

      Du vermengst hier auf gefährliche weise zwei Ebenen der Betrachtung einer Vergewaltigung.
      Das eine ist die Juristische Ebene. Hier ist es schlicht so, dass der Grundsatz “in dubio pro reo” natürlich gilt.
      Demgegenüber steht aber die Ebene der subjektiven Empfindung der Vergewaltigten Frau. Ob man es will oder nicht: nur knapp 3 % aller Vergewaltiger werden verurteilt. Oftmals mit Begründungen wie: „Die Frau hat sich nicht genug gewehrt“ oder „Sie hätte das nein mit Wiederstand bekräftigen müssen“
      Ebenso werden die Täter bei einer Massenvergewaltigung oftmals, trotz vorliegender DANN Beweise, mangels der Möglichkeit einer subjektiven Schuld Zuordnung freigesprochen. All diesen Männern willst du ohne Probleme das Sorgerecht an dem Ergebnis ihrer, unter Gewaltanwendung zustande gekommenen, Ejakulation zusprechen?

  2. Klischeepunk Says:

    Du öffnest Willkür hier in allen Richtungen Tür und Tor, zumindest mit deiner Argumentationsweise. Wenn wir einen Menschen juristisch nicht belasten können, dann müssen wir von ihm, egal wieviel Dreck er deiner Meinung nach, oder der Meinung „des Opfers“ nach – ggf. es ist überhaupt ein Opfer – auch das ist gerade in diesem Streit durchaus fraglich, als unbescholtenem Bürger ausgehen.

    Die Emotionale Schiene zieht hier nicht. Sondern ganz klar: Jemand wurde nicht verurteilt, also ist nichts gegen ihn in der Hand zu haben, was gegen ihn verwendet werden kann. In jedem anderen Fall kannst du dich dem Pranger und der Willkür zuwenden (wir zeigen auf ersiees und schreien ganz laut „Hexe“) – die Argumentation ist Furchtbar. Wir können auf die gesamte soziale Schiene des Systems zurückgreifen um Einfluss, Emotionale Schäden etc. zu analysieren und darauf eine Entscheidung über ein Sorgerecht (ob nun pro oder kontra per default sei dahingestellt) zu treffen, aber wir können und dürfen niemand Vergewaltiger nennen, der nicht als solcher verurteilt ist, egal was sein bester Freund oder sein gepeinigtes Opfer erzählt. Dann können wir das mit der Justiz wirklich bleiben lassen. Und damit ist deine Argumentation auf Antragsniveau :/

    • kpeterl Says:

      Es geht hier um zwei Dinge: Ja, wenn jemand von einem Gericht frei gesprochen wurde, so ist er, im Juristischen Sinne Unschuldig. Das ist ganz ohne Zweifel so und ich will das auch gar nicht in Abrede stellen.
      Es geht auch Garnicht um den Gesellschaftlichen Umgang mit dem Freigesprochenen.
      Du hast Recht, Gesellschaftlich gegen jemanden vorzugehen wäre Pranger und Willkür. Ein Freigesprochener Angeklagter ist immer als unbescholtenem Bürger anzusehen.
      Niemals habe ich etwas Gegenteiliges Formuliert.
      Aber, und das ist das entscheidende: ein juristischer Freispruch bei einer Vergewaltigung bedeutet ja nicht, das sich des Opfer der Tat, die nach dem Freispruch ohne juristische definierten Täter bleibt, nicht mehr als Opfer betrachtet.
      Und diese selbst Sicht als Opfer ist die ureigene Sicht, die man ihm nicht nehmen, nicht wegbefehlen kann.
      Und hierbei sind wir in einem Moralischen Dilemma, das nicht aufzulösen ist.
      Wenn sich eine Frau das Opfer einer Vergewaltigung geworden ist und dem Beschuldigten die Tat nicht gerichtsfest nachgewiesen werden kann, hat dann die Tat nicht stattgefunden?
      Nein, dem ist nicht so. Der Freispruch sagt nichts über die Tat, sondern nur etwas über die Person des nicht Täters aus. Ein Urteil bei einem Vergewaltigungsprozess ist selten eines über die Tat, aber immer eines über den Beschuldigten.
      Das macht die Sache ja so unglaublich kompliziert.

      • Klischeepunk Says:

        Richtig, bin ich völlig bei dir, aber aus diesem „kompliziert“ ziehst du, zumindest verstehe ich den Artikel so, den Schluss, dass diese Tat, die Stattgefunden hat, einer (jur & gesellschaftlich) unbescholtenen Person zur Last gelegt („Du kannst kein Sorgerecht automatisch erhalten weil du….“) werden kann.

        Hier haben wir wieder den Zirkelschluss zur Willkür.


  3. […] PA075 – Gemeinsames Sorgerecht – keine Diskriminierung von nichtehelichen Kindern -> contra von kpeterl […]


  4. Es muss hier gar nicht die Keule der Vergewaltigung geschwungen werden.
    Ich sehe 2 Ausgangspositionen:
    a) das Paar lebt in einer Lebensgemeinschaft zusammen, dann kann sicher gleich bei der Geburt ein Kreuzchen gemacht werden bei
    „Wir haben beide das gemeinsame Sorgerecht“ (mit allen Verpflichgungen …)
    b) das Paar pflegt keine Lebensgemeinschaft, dann bleibt das Sorgerecht bei der Mutter und der Vater muss dies beantragen.

    Ich sehe absolut keinen Grund dafür, weshalb das Sorgerecht automatisch auf beide übertragen werden sollte.

    • kpeterl Says:

      Mit Ausnahme der Tatsache, dass eine Vergewaltigung keine Keule ist und ich, da kein Höhlenmensch, auch selten Keulen schwinge, bin ich absolut da core mit dem Kommentar.

    • Klischeepunk Says:

      Bei der Argumentation (a) bin ich dabei. Ob man es notwendigerweise auf beide Übertragen sollte… dunno. Frage mich nur, und das konnte mir noch niemand ohne Vergewaltigung etc. erklären, was genau veranlassen sollte die Mutter automatisch zu „berechtigen“, den Vater automatisch „nicht zu berechtigen“. – Außerhalb einer Ehe wohlgemerkt.
      (Innerhalb einer Ehe geht das Sorgerecht automatisch auf beide Personen über).

      Wenn mir das mal endlich jemand aufdröseln könnte, wär ich doch sehr dankbar.

      • Miriam Says:

        als mutter in genau so einer situation kann ich es es dir gerne erklären.. vorweg möchte ich noch erklären: ich habe von anfang an versucht meine persönlichen gefühle wegzuschieben und einen kontakt ermöglicht (kind jetzt 10 jahre). wir haben uns bereits in der ersten schwangerschaftszeit getrennt. dies auch, weil wir ganz extrem unterschiedliche standpunkte und vorstellungen in erziehungs und kinderfragen hatten. ich habe mein kind also alleine groß gezogen und der vater kommt wenn er mal lust hat (das ist manchmal alle paar wochen manchmal auch nur alle paar monate). ich habe bestimmte entscheidungen getroffen, die mit meinem erziehungsstil und der umgebung des kindes zusammen passen (zum beispiel waldorfkindergarten, keine medien). der vater lehnt das alles ab. er muss ja auch nicht die folgen tragen (tagelange alpträume und somit durchwachte nächte, weil er meinem sohn ein video im auto gezeigt hat, welches er überhaupt nicht vertrug und dies gegen meinen willen und meine bitten). hätte dieser vater (dem es auch erst nach 1 jahr einfiel sich überhaupt mal zu melden) das sorgerecht automatisch erhalten, kann er bezüglich der schulform usw intervenieren. JEDEN arztbesuch mit medizinischen entscheidungen hätte ich absprechen müssen und auf eine reaktion warten müssen. das sind nur ein paar beispiele. in einer lebenspartnerschaft oder auch in einer ehe werden diese dinge gemeinsam entschieden bzw bekommt der andere fehlentscheidungen (zb den ganzen tag süßigkeiten= mächtig bauchweh und durchwachte nächte) direkt mit. ein „ferienvater“ hat dies alles nicht und ist auch nicht verpflichtet sich mal näher mit pädgogik oder ähnlichem zu beschäftigen.
        die regelung mit dem automatischen sorgerecht führt nur dazu, dass man den vater gar nicht anmeldet und somit als alleinerziehende noch nicht einmal die finanzielle absicherung des kindes hinbekommt. sie ist praxisfern und nicht kindgerecht. es besteht immer die gefahr, dass das abwesende elternteil, eher nicht mit dem kind verbunden ist und eher nicht im sinne einer kindgerechten pädagogik handelt (und dies sage ich nicht als vorwurf, er/sie kann es ja auch gar nicht. weil folgen und emotionale reaktionen oder grenzen des kindes etc nicht bekannt sind)
        es können nicht immer nur rechte eingefordert werden und dann die pflichten nicht mitfolgen. pflichten wie: auseinandersetzung mit pädagogik, den willen das kind und das umfeld wirklich kennen zu lernen und zu verstehen (und nicht nur alle paar wochen mal ins spieleparadies zu fahren) und sich einzubringen (auch wenn es bedeutet eigene interessen zurück zustellen) der beispiele wären noch viele zu nennen …

  5. Andreas Bogk Says:

    Bleint zu erwähnen, dass die von dir erwähnte „existierende“ Regelung eine Auslegungsdefinition des Bundesverfassungsgerichtes ist, die auf einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte beruht, und zwar, bis eine grundrechtskonforme Neufassung des Gesetzes verabschiedet wird. da besteht also Handlungs- und Nachbesserungsbedarf.

    Und bei allen Mängeln, die dieser Antrag hat – selbstverständlich sollten Sorgerecht und Sorgepflicht da gleichermaßen benannt werden – halte ich eine „Sorge im Default-Fall“ für eine gute Sache, da sehr wohl im Kindesinteresse.

  6. Klischeepunk Says:

    @Miriam Glückwunsch du weisst nicht, was das „Sorgerecht“ bzw. die elterliche Sorge ist. Mit einer weiteren Antwort muss ich das nicht bedenken. Auch wenns ein schöner versuch war, mehr war es leider nicht. Die elterliche Sorge umfasst Rechte und Pflichten zugleich.

    Abgesehen davon, nur weil du deinen erziehungsstil für richtig hälst – ich übrigens was ich lese auch – heisst das lange nicht, das es faktisch der richtige ist. Das könnte auch der des Vaters sein, was ich so wie du allerdings im konkreten Fall verneinen würde.

    Argumentation hinfällig.

    • Miriam Says:

      warum so agressiv: erzähl doch anderen leuten nicht wovon sie ahnung haben und wovon nicht. ich habe ahnung von lebensrealität und 4 prozesse hinter mir! und dies in einer zeit, in der die rechtliche situation eindeutig war!
      oben stehende beispiele war einfach ein versuch die problematik FÜR DAS KIND zu erläutern, WENN keine gemeinsame sorge beantragt worden ist.
      du hast mich entweder missverstanden oder deine antwort ist grundsätzlich leider falsch! es geht hier nicht um richtigen oder falschen erziehungsstil, sondern um den stil der gelebt wird und von dem das kind jeden tag umgeben ist. und es ist eine pädagogische binsenweisheit, dass es beim kind emotional zerstörerisch wirkt, wenn plötzlich ein anderer stil gepflegt wird. Beispiel: ich als mutter lebe werte vor, bücher sind wichtig und gut etc.. und jetzt würde der vater kommen und mit dem kind diese ätzenden bücher zerschneiden. (idiotisches beispiel aber nur um es klar zu machen). als mutter habe ich JETZT die möglichkeit den erziehungsstil festzulegen. bei einer anderen rechtslage kann es passieren, dass ich von kindeswohlgefährdung sprechen müsste, die aber zb im falle von süßigkeiten oder medien kein mensch bestätigen wird. Hinzu kommen probleme wie – vermögensverwaltung, schule etc
      was ich versuche zu erläutern, ist doch nur aus der praxis die problematik die sich ergeben kann! dh wenn ein vater (und bitte, es kann hier auch mütter betreffen) sich in das leben von mutter/vater und kind in irgendeiner form einmischen kann, dann ist es für das kind nicht zuträglich (für die mutter auch nicht -stichwort: durchwachte nächte)
      meine aussage: jeder schritt weiter hin zur übertragung von RECHTEN (such dir deine persönlichen beispiele dann eben selber) birgt KONFLIKTPOTENTIAL!!! zum beispiel taufentscheidungen, namenswahl usw usw ich habe auch erläutert, dass etliche mütter dann die vaterschaft gar nicht feststellen lassen würden! und das wäre nicht im sinne des kindeswohls! und ich könnte es verstehen. denn es gibt väter (auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst) denen geht es nur um ein „abstrafen“ der mutter. ihnen geht es nicht um das kind, sondern nur um ihre rechte! schon einmal daran gedacht, in welcher situation eine alleinerziehende mutter steckt? alleine die schwangerschaft, die geburt, die stillzeit und in dieser zeit soll sie auch noch rechtliche dinge klären und sich streiten? seltsame vorstellung von kindeswohl! ich persönlich hatte aufgrund der gerichtsprozesse bis zu zwei tagen nach eintrudeln eines anwaltbriefes stressbedingt keine milch mehr… (um hier mal konkret zu werden!)

      • Klischeepunk Says:

        Der Gedanke war nicht aggressiv zu sein, es ärgert mich nur, das persönliche Situationen zu einer Art Entscheidungsträger gemacht werden sollen in einer Debatte. Für den einzelnen ist das gerechtfertigt – anders: DU als betroffen bist nachvollziehbarerweise emotional, aber das darf nicht die Leitung übernehmen.

        Du hast eben leider nicht aus der Sicht des Kindes argumentiert, sondern du hast persönliche Spannungen zwischen dir (Frau, Mutter, in diesem Fall rechtlich bevorzugt als Inhaberin des Sorgerechtes) und dem Vater hinzugezogen. Ich will nichtmal bestreiten, dass du dich bemüht hast, auch an ihn zu kommen etc. pp.

        Folgendes: Das gleiche geht mit vertauschten Rollen. Nimm an, du wärst der Vater und er die Mutter. Er (jetzt die Mutter) würde das gleiche Verhalten an den Tag legen, wie er es jetzt als Vater an den Tag legt. Du als Vater hast keinerlei Einfluss darauf, wie er als Mutter „das Kind verhunzt“. Das Sorgerecht – und die Sorgfaltspflicht die du immer noch ausklammerst – liegt per default bei ihm (als Mutter), d.h. er (als Mutter) trifft die Entscheidungen, während du, als Vater erstmal keinen Einfluss darauf hast, was geschieht. D.h. du gehst den von dir beschriebenen Weg von der anderen Seite: Anzeigen, Benachrichtigungen, hinterhertelefonieren, Prozesse führen, etc. pp.

        So und nun bitte die gleiche Argumentation nochmal, warum ist es gut, dass er, die Mutter, das Sorgerecht hat, während du, als Vater, keine Möglichkeit des direkten Eingreifens hast? (Wirklich, deine gesamte Story, tausch bei ihr die Rollen und dann argumentiere nochmal das selbe.)

        Das würde im Grunde dafür sprechen, das Sorgerecht per default in Staates Hände zu geben, die Eltern „auf Probe“ begleitet einzusetzen und ihnen sofern sie sich tauglich erweisen, die Sorge später gemeinsam oder einzeln – dem fähigeren Elternteil – zuzusprechen.

        Und dann nochmal die Frage, in einer Beziehung in der ein Paar lebt, das wir als „vergleichbar mit einer Ehe“ akzeptieren (Grundsatzprogramm), diese Beziehung entsprechend Schützen und mit den Rechten ausstatten – wie haben wir hier vorzugehen? Wie lange bleibt sie Intakt? Wie kontrolliere ich die Tauglichkeit?

        Und nochmal: Wie Argumentiere ich das einzelne Sorgerecht?

      • Miriam Says:

        sorry, schon wieder falsch. Meine persönliche Situation hätte ich hier ganz weglassen können. Ich dachte es hilft, Dinge zu verstehen und Realität zu sehen. Für mich gilt: Andersherum gilt das ganz genauso. Ein Kind, welches mit Medien, Plastikspielzeug etc aufwächst (also nicht MEINEM Verständniss entspricht) KANN und DARF ich nicht aus seinem gewohnten Umfeld reißen nur um MEIN persönliches Gefühl des Rechthabens zu befriedigen. Gerade WEIL ich im Sinne des Kindes handele, würde ich nicht versuchen das Kind vom Gegenteil zu überzeugen. Weil ich wüsste, dass es meinem Kind schadet! Da unterschätzt du Mütter/Väter. Es ist ja genau die Tragik (meistens der Väter) dass sie eben nicht einbezogen und eingebunden sind und somit einfach nicht „am Puls der Zeit sind“ was das Kind und seine Entwicklung und seine Bedürfnisse entspricht. UND ja, so schwer es mir fallen würde, ich würde es schlucken müssen zum Beispiel im Falle einer langen Krankheit oder Gefängnis oder oder. Es wäre schlimm. Sehr schlimm und hart, aber ich würde es im Interesse meines Kindes sehen! Das ist nämlich genau der Punkt der mich in der Diskussion hier sehr stört: Wenn ich dem Kindeswohl entsprechend argumentiere, dann bin ich sofort emotional oder in der stärkeren Position und habe gut reden. Ich mache auch den Vätern keinen Vorwurf! Im Gegenteil, was ich sage ist: Sie KÖNNEN es gar nicht wissen oder verstehen. Sie sind ja nur Freizeit/Wochenendväter. Und viele lehnen es auch ab endlose Gespräche über Pädagogik zu führen oder einmal die Probleme der Mutter anzuhören etc. Mir geht es darum, dass weder durch Urteile (die nie objektiv sind) noch diese ganzen Prozesse irgend jemandem der Beteiligten etwas bringen. Eine Verschiebung des Rechtes wird viele Unschuldige ungerecht treffen und es wird Kindern schaden. Ich spreche gar nicht ab, dass es jetzt nicht auch so ist. Also muss doch geschaut werden: Was verbessert sich für wen! In welchen Fällen, kann es schief gehen. Was macht man dann! Welche Steuerung löst man aus! (zB mehr Abtreibungen? den Vater nicht melden etc) Ist dies im Sinne der Kinder?
        Einfach nur als Väter auf „Gerechtigkeit“ und ihr Recht pochen, das ist eben NICHT in allen Fällen im Sinne des Kindes.
        Zu deinen Fragen meine persönliche Meinung: Ein Paar, welches zusammen lebt und gemeinsam eine Schwangerschaft, Geburt, und vielleicht die erste Zeit der Bindung mitgemacht hat, hat für mich keinen anderen Status als jede Ehe. Da ist der Vater ein Vater und die Mutter eine Mutter (gibt es sicherlich auch Ausnahmen). Diese KÖNNEN aber bereits heute die gemeinsame Sorge beantragen und tun es ja auch bereits. Deshalb ist für mich auch derjenige ein gleichberechtigter und echter Vater, der zwar nicht der Erzeuger ist aber genau die oben genannten Punkte vollzogen hat. dh eine enge Bindung hergestellt hat. DIESE MÄNNER habt ihr nämlich in eurer Diskussion gar nicht drinnen. Welche Rechte haben die gegenüber dem Freizeitvater der alle paar Monate mal vorbeischaut (jetzt mal sehr plakativ und böse gesagt). Nach heutigem Recht: gar keine! Da hat er dieses Kind als eigenes Kind angenommen und sitzt am Fieberbett und geht jahrelang durch dick und dünn und ist was? Kein Vater? Wer sollte mehr Einfluss auf die Entscheidungen bezüglich des Kindes haben? der biologische oder der soziale Vater?
        DAS ist alles Realität und es sind KEINE Einzelfälle.
        Noch weiter zu deinen Fragen: wenn also diese Bindung stattgefunden hat, dann halte ich eine gemeinsame Sorge für komplett richtig! Und dann sollte im Falle einer Trennung auch nichts anderes angestrebt werden.
        Ein One-night-stand mit etwas unglücklichen Folgen, der weder die Schwangerschaft noch Geburt noch Bindung noch tägliche Sorgen und Nöte mitgemacht hat und dem es dann mal einfällt „hmm neben meinem Partylife habe ich ja auch einen SOHN zum herumzeigen…aber wenn der mir ins Auto reihert… ohh bitte iihh hier hast du ihn wieder zurück…“der also überhaupt sich mit keiner Faser für das Kind interessiert aber sehr wohl für seine RECHTE erst recht weil er ja auch dafür zahlt…“ Antwort erspar ich mir hier mal. (ich weiß, sehr plakative Beispiele, aber nur um auch die Fälle und die Problematik dahinter aufzuzeigen)


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