Die „Identitären“, die neuste Erscheinung des Rassismus

Ein Gespenst geht um in Europa, das materialisierte Gespenst der „Identitären“.

Es geht in diesem Post um die neuste Modeerscheinung des Rassismus in Europa.

Die Zeit widmet ihr einen Störungsmelder. [1], auch andernorts wird über sie geschrieben.

Die „Identitären“ selber halten sich für eine Bewegung, ein der Massen und des Volks geradezu.

Im Kern geht es um Menschen in Europa die auf „Neuen“ Wegen, die von ihnen gefühlten Differenzen der Völker erklären wollen.

Und wieder einmal sind sie laut

dürfen im Parlament krakeelen“

Bei der Theorie der „Identitären“ geht es um die Definition eines angeblich Unveränderlich klar abgegrenzten „Wir” gegen die „Andern”, das Fremde.

Der historische Rassismus hat das Wir/Ihr Gegensatzpaar an der angeblichen Vererbbarkeit von Äußerem festgemacht. Man denke nur an die Anstrengenden der sich Wissenschaftler schimpfenden Rassisten zum Beweis der Existenz einer Arischen, Deutschen Rasse. Schädelvermessen war nur eine der dabei angewandten Blödheiten, Messungen der Pigmentierung der Hautfarbe ein anderer.

Der „neue“ Rassismus, der Ethnopluralismus, [2] nutzt diesen Strang der Argumentation nicht mehr.

Dafür behält er aber einen anderen Strang zur Behauptung des „Wir/Ihr“ Gegensatzpaars unverändert bei.

Es wird einfach behautet, es gäbe bestimmte Charaktereigenschaften, natürlich positiver Natur, die jedem der „Wir”-Gruppe zueigen sind, die den „Anderen” dagegen abgehen.

Weil die herbei phantasierten positiven Eigenschaften der „Wir“ Gruppe verloren gehen solle natürlich eine „Vermischung” der Wir/Ihr Gegensatzpaare unterlassen werden und wird als unerwünscht betrachtet. Rassismus, egal ob in seiner alte oder neue Spielart kann niemals, wegen dem überhöht positiven Bezug zur „Wir” Gruppe eine „Theorie der Gleichwertigkeit“ sein. Gleichwertigkeit ist ein Konzept, das diesem Denken abhold ist.

spielen vor ausverkauften Sälen

So weit so deutsch so national“

Denn mit Gleichwertigkeit ist die Idee, das die phantasierte „Wir” Gruppe einmalige, positive und somit schützenswerte Züge hat, nichts zu tun. Denn im Umkehrschluss muss ja die „Andere“ Gruppe andere, mindere Eigenschaften haben und dadurch unterlegen sein.

Die Frage, die sich mir bei so was stellt ist die, was den die Identitäten verschiedener Kulturen eigentlich sein sollen oder sind?

Wer definiert denn die Grenzen der jeweiligen Kultur, das außen/innen in ihr? Warum darf nicht jeder selber entscheiden, wie er seine Kultur definiert und lebte?

Ausgehend von der Grunderkentniss, das jedes Wesen ein individueller Mensch ist, der in Wechselwirkung zu seinen Mitmenschen sozialisiert wurde, ist jeder Mensch auch Träger seiner eigenen Kultur. Ich zum Beispiel bin fast tägliche von Menschen, die aus unterschiedlichsten Zusammenhängen, sowohl Sozialer als auch kulturellen Natur stammen, umgeben. Alle diese Menschen Leisten einen Beitrag bei meiner Sozialisation und ich bei derer.

Bei den „Identitären“ geht es nicht um Kultur, sondern schlicht um kulturellen Rassismus. Es geht ihnen darum, sich selbst in Abgrenzung zu anderen zu definieren, durch etwas, das angeblich in einem selbst ist. Wenn aber etwas, das ab der von Geburt in mir ist, den Unterschied zum anderen darstellt, dann muss ich es geerbt haben. Was ich aber geerbt habe, kann aber keine Kultur sein. Denn Kultur ist etwas, das Menschen selbst, als Kollektiv und auch Individuum gestalten.

Doch was daran so teuflisch ist:

dass Deutschtum gut verkäuflich ist “

Wenn Menschen daran glauben, dass Wesenseigenschaften nicht sozialisiert werden, sondern biologisch vorbestimmt sind, und dies unveränderlich sein soll, reden wir von Biologismus. [3] Wenn angeblich biologisch vererbbare Eigenschaften pauschal auf alle Menschen aufgrund deren Herkunft aus einem „Kulturkreis“ übertragen werden, handelt es sich schlicht um kulturellen Rassismus.

Wer als „Wir” und die „Anderen” eingestuft wird, ist dabei äußerst verschieden. Das kennt man eigentlich schon aus der Konstruktion des Gegensatzes von „Ariern” zu „Juden/Zigeunern”. Den „Identitären“ geht es aktuell um die Erschaffung des Künstlichen Gegensatzpaares „Westen” gegen den „Islam”

Die Historische Ideologie des Nazianalsozialismus war aber wesentlich mehr als „alter“ Rassismus. Er unterschied sich von diesem vor allem wegen der Eliminatorischen Umsetzung seiner Ideologie.

Die “Identitären” sind nichts anderes als getarnte, sich wichtig machende Ethnopluralisten.

Die „Identitären“ möchte schlicht, dass jeder bleibt, wo er geboren wurde. Sei bezeichnen das dann als „Respekt vor den humanen Ökosystemen”. [4] Mit einer offenen und liberalen Gesellschaft hat das herzlich wenig zu tun.

Zudem werden Menschen nicht als Individuen wahrgenommen, die durch eigenes Tun und Erleben eine ganz persönliche Identität entfalten sondern ausschließlich als Teil einer „identitären“ Gemeinschaft. Die Individuen sind nach der „identitären“ Theorie immer einer kollektive Identität unterworfen, die sie anzunehmen haben. Sie können sich dieser Identität nicht entziehen. Wenn man sich die als „Theorie“ ausgegebene Intellektuelle Gülle der „identitären“ ansieht, so ist es auch so, das die Individuen sich der kollektive Identität zu unterwerfen haben. Sie haben diese kollektive Identität auch gefälligst an ihre Nachkommen weiterzugeben.

Obwohl der allergrößteŸte Mist

der Trend ist nicht mehr zu verhehlen“

Die „Identitären“ sind, aufgrund der schwurnbeligkeit ihrer ideen und dem permanenten behauten, das sie keine Rassisten sind, sondern nur Opfer der „Rassismuskeule“ gefährliche Schnittstellen zu Menschen, die sonst die „Völkischen Rassisten“ ablehnen. Sie bieten ihnen eine einfache Erklärung, warum man „stolz darauf sein kann Deutscher zu sein“ und was die Unterschiede zu den anderen ausmacht.

Mann muss schauen, wie sich diese Bewegung der ewig Blöden entwickelt. Gefährlich ist sie allemal.

Zwischenüberschriften aus Bela B. – „Kauf nicht bei NAZIS

[1] „Identitär” – das neue Modewort der Rassisten

und auch

Identitär – Mehr Rassismus als Bewegung

http://www.publikative.org/2012/11/14/identitar-mehr-rassismus-als-bewegung/

[2] Ethnopluralismus

[3] Biologismus

[4] Blaue Narzisse

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2 Kommentare - “Die „Identitären“, die neuste Erscheinung des Rassismus”

  1. Katten Says:

    Wen irgendwie die Homogenität von Kulturen behauptet wird, ist das Quatsch. „Kulturen“ sind nicht homogen oder klar voneinander abgegrenzt, sondern beeinflussen sich wie du sagst gegenseitig. Jeder gehört gar mehreren (Sub-)kulturen an.

    Heute ist es halt sozial unerwünscht von „Rassen“ zu sprechen, da redet man dann lieber von ach so naturgegebenen Eigenschaften von „Kulturen“, die unvereinbar seien usw.

  2. DasDodo Says:

    Find’s ja immer lustig wenn die Leute von DEN Deutschen sprechen aber es dann doch immer wieder von den Schwaben, Badensern, Franken, Sachsen, usw gesprochen wird, DEN Deutschen gibt es nicht.


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