Jakob Augstein und Anderes

Das Simon Wiesenthal Center ( SWC) in Los Angeles hat Jakob Augstein auf eine Liste der zehn gefährlichsten Israelhasser /Antisemiten gesetzt.[1]

Das SWC ist weder ein akademischer Wächterrat, noch eine Institution, die universell und einzig das Recht hat, Listen von Israelhassern, Antisemiten oder schlich Blöden Menschen und Organisationen auf der Welt aufzustellen. Das SWC ist nichts als eine politische Organisation in den USA. Diese Organisation ist deutlich rechts zu verorten.

Seine Artikel triefen vor Dumpfheit

Augstein ist jemanden, der als unreflektierter Israelhasser gelesen werden kann – ein Antisemit ist er sicherlich nicht; aber er ist auch nicht bloßes Opfer einer Böswilligen Kampagne. Seine Artikel zu Israel sind einseitig und triefen vor Dumpfheit. Zurecht kann man ihn schlicht als tendenziös bezeichnen.

Er ist nichts als ein mittelmäßiger Journalist, der mit seiner Ich-bezogenen, billigen Polemik gegen den Staat Israel ein Skandälchen hervorrief. Dass man ihn nun auf die Liste der zehn gefährlichsten Israelhasser der Welt zusammen mit Ajmadineshad und der faschistischen Jobbik-Partei setzte, ist schlicht daneben.

Ja, Augstein [..hat..] Israel in einer dramatisch verallgemeinernden und diffamierenden Weise dargestellt, das gilt nicht zuletzt für die jüdische Orthodoxie, […] das gilt für die israelische Außenpolitik, das gilt für die israelische Gazapolitik. Er spricht immer von Israel ganz allgemein, er spricht von den Juden ganz allgemein.“[2]

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Dramatisch verallgemeinernd und diffamierend

Es ist auffällig, dass, wenn es um den Staate Israels geht, jeder Vorwurf sich selbst als Beweis und legitim gilt – egal wie abstrus er ist. Dies gilt auch in der Piratenpartei.

Alles, was Hamasterroristen und Fatahverbrecher tun, wird hingegen relativiert: Die Verantwortung von Hamas, Fatah und Hizbu ‚llah an der Bombardierung des Staates Israel mit Granaten mit dem Ziel der Verstümmelung und Ermordung seiner Bürger, die Verbrechen des Iranischen Regimes, das Morden von Attentätern etc. Dies gilt ebenso in der Piratenpartei.

Beim Staat Israel wird hingegen jede Handlung moralisch gewichtet. Da ist Gaza dann, in der Sprache der Hamas, ein Konzentrationslager und die Assoziation zum KZ gewollt.

Solches Handeln und Reden hat ein Ziel: die Hamas und Fatah, die das eigene Volk aufhetzen, in der BRD als Opfer darzustellen. Diese Haltung verschärft den Konflikt in Nahost, sie hat keinen positiven Effekt.

Wer dieses Vorgehen kritisiert, wird als linksradikal diffamiert oder von ihm wird einseitig sachliche Kritik eingefordert. Das Recht auf sachliche Kritik wird übrigens immer von denen eingefordert, die weder eine vernünftige Analyse noch sachliche Kritik produzieren.

Dann wird der Vorwurf erhoben, dass “immer mehr Antisemitismus“ geschrien werde. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass antisemitischen Ressentiments tief in der Gesellschaft verankert sind. [3] Der Vorwurf des angeblich inflationären Gebrauchs einer Kritik ist schlicht ein Abwehrreflex, um nicht inhaltlich argumentieren zu müssen. Die Abwehr von Kritik an rassistischen Äußerungen funktioniert genauso.[4]

Nichts als die Vernichtung des Staates Israels

Der Kampf der Hamas, Fatah und Hizbu ‚llah ist kein „gerechter“ Kampf, denn er steht in einer historischen Linie mit den Vernichtungsphantasien der Nazis. Organisationen wie Hamas und die Fatah haben religiöse und völkische Scharfmacher als Mitglieder und Führer; sie verfolgen eine Ideologie, die zurückzuverfolgen ist bis zur Zweitwohnung des Großmuftis von Jerusalem in Berlin unter Adolf Hitler.[5]

Diese Linie zu durchbrechen ist die einzige Chance auf Frieden. Das wird irgendwann geschehen, wenn die Arabischen Staaten demokratische Rechtsstaaten sind; und kein Despot mehr da ist, der die Palästinenser für seine Zwecke benutzt. Bis dahin muss Israel versuchen zu überleben. Den Menschen das klarzumachen wäre ein Dienst am Frieden in Nahost. Die Schmähung des Staates Israel im Gewand der Aufklärung ist es nicht. Eine Politik, die auf den Menschen und den Frieden in Nahost zielt, muss die Existenz des Staates Israel stützen und Demokraten unter den Palästinensern unterstützen.

 

Herzlichen dank an Grashalm GrünGlück @KURHOF für das beseitigen von Fehlern.

[2] In einer Demokratie muss auch Unsinn erlaubt sein  

[3] Antisemitismus in Deutschland

[4] Diskussion unmöglich bei Anti-Antisemitismus?  

[5] Mohammed Amin al-Husseini und Der Großmufti von Jerusalem beim Führer 

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One Comment - “Jakob Augstein und Anderes”

  1. queue Says:

    Hast du wirklich das Gefühl, Hamas, Fatah oder Hizbu ‘llah würden von irgendjemandem als Opfer dieses Konflikts betrachtet oder auch nur als legitime Repräsentanten des palästinensischen Volkes? Genau wie das Geschreibsel vom „Konzentrationslager Gaza“ halte ich das für Ideen, die wirklich nur im Kopf von ausgeprägten Antisemiten oder Antiimperialisten im Dilirium herumspuken können.
    Sowas hat in der Piratenpartei keinen Halt.

    Und nun das, was ich für sachliche Kritik und Argumentation halte, zunächst die Verantwortlichkeiten:
    1. Die Handlungen der israelischen Armee und Geheimdienste können selbstverständlich nach völkerrechtlichen, ethischen und moralischen Gesichtspunkten kritisiert werden. Israel ist ein souveräner Staat mit Exekutivorganen und einer klaren Kommandokette. Israel beansprucht für sich, ein demokratischer Rechtsstaat zu sein, was mit zusätzlichen moralischen Verpflichtungen einher geht, da man davon ausgehen kann, dass die Handlungen des Staates Israel von der Mehrheit seiner Bewohner gebilligt werden. Daraus folgt, dass der Staat Israel voll verantwortlich und kritisierbar ist, wenn z.b. Streumunition oder Phosphor in dicht besiedelten Gebiet eingesetzt werden oder Personen ohne Gerichtsverfahren gezielt getötet (sprich: ermordet) werden.
    2. Hamas, Fatah und Hisbollah sind keine Exekutivorgane eines souveränen Staates und haben jeweils unterschiedliche Flügel und nur eine instabile, zudem nicht gemeinsame, Kommandohierarchie. Das ist das Problem der assymetrischen Konflikte, es gibt keinen völkerrechtlich verantwortlichen.Staat, schon gar keinen mit demokratischer Kontrolle. Verantwortlich kann daher immer nur die ausführende Gruppierung und deren Kommandokette sein. Die ist zugegebenermaßen schwer zu ermitteln und dürfte häufig bis in andere Länder reichen.
    3. Israel ist nicht verantwortlich für das, was militante Israelis außerhalb der Exekutive tun, z.B. Übergriffe von Siedlern auf Palästinenser. Allerdings könnte im in dem Fall anbringen, dass Israel den Zustand durch seiner Siedlungspolitik selbst herbeigeführt hat und verpflichtet wäre, ihn zu beheben.

    Nach den Verantwortlichkeiten die Rechte beider Seiten:
    1. Israel hat das Recht, seine Souveränität und das Wohlergehen seiner Bevölkerung zu schützen. Das gilt insbesondere, da durch die geschichtliche und geopolitische Lage die Existenz des Staates Israel und seines Volkes bedroht ist.
    2. Die Palästinenser haben das Recht, in einem souveränen Staat zu leben, der sie als vollwertige Bürger anerkennt. Israel als selbstdefinierter jüdischer Staat kann das nicht sein, die arabischen Nachbarn wollen es nicht sein, also bleibt nur die Lösung eines eigenes Palästinenserstaates übrig. Paradoxerweise würde dieses Recht faktisch erlöschen, wenn Tatsachen geschaffen werden, z.B. durch eine weitestgehende Vertreibung und Zersiedlung der besetzen Gebiete. Daraus erwächst IMHO für die Palästinenser das Recht, ihren Anspruch zu verteidigen und z.B. den Siedlungsbau zu behindern, ggf. auch gewaltsam. Das rechtfertigt keine Angriffe auf Zivilisten oder allgemein auf das israelische Kerngebiet.

    Die Opfer des Konfliktes sind in erster Linie die betroffene Zivilbevölkerung, egal ob palästinensisch oder israelisch.

    Die Tragik der Palästinenser ist, dass es in dem Konflikt gar nicht um sie geht, sondern alle anderen Beteiligten geopolitische und ideologische Interessen haben, die die Palästinenser zu ihrem Spielball machen. Rechte Gruppierungen aus Israel würden die Palästinenser am liebsten ganz vertreiben um ihr Großisrael zu bekommen. Die Araber dagegen wollen ihren Mythos des Tätervolks Israel pflegen und brauchen dafür ein Opfervolk.

    Die Tragik der Israelis ist, dass es keine allgemeingültige Antwort auf assymetrische Kriegsführung gibt. Reagiert Israel mit militärischer Härte wie in der Vergangenheit, macht es sich völkerrechtlich angreifbar und ethisch schuldig, weil es vor allem Unbeteiligte trifft. Reagiert Israel zögerlich oder mit Zugeständnissen, werden Radikale ermutigt.
    Eine Lösung kann es eigentlich nur über eine Einigung mit den anderen arabischen Staaten geben, dazu müssten die aber das Interesse an einem gemeinsamen Feind verlieren.

    Der einzige Grund, in diesem Konflikt mehr Sympathie mit den Palästinensern zu haben, ist, dass diese keinen souveränen Staat haben, der ihre Interessen vertreten kann und dies auch tut.


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