Frauen an der Waffe

Ein Gastbeitrag von @ErikBausB den ich gerne Veröffentliche, da die Diskussion seiner Thesen wichtig ist. Die Veröffentlichung ist keine Stellungnahme von mir zum Inhalt.

„Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.“ (Platon)
Die Bundeswehr stellt für viele Menschen einen Arbeitgeber wie jeden anderen dar. Frauen haben lange dafür gekämpft, dort als gleichberechtigt anerkannt und eingestellt zu werden.

Kein Arbeitgeber wie andere

Nur zu gerne wird vergessen, dass es sich bei diesem Arbeitgeber um eine Institution handelt, die in Vergangenheit zur Verteidigung im Rahmen der NATO
eingesetzt wurde und aktuell weltweit friedensschaffende Maßnahmen durchsetzen soll. Diese Schattenseite soll genauer beleuchtet werden, um deutlich zu machen, was sich als Fazit ergibt.
Lächelnde junge Damen versprechen z. B. als Pilotin eine blendende Zukunft in einer hochtechnologisierten Umgebung. Kommt es allerdings zu einem Kampfeinsatz, ist bei entsprechender Ausstattung der Feindkräfte ein Abschuss nicht unwahrscheinlich.

Allein, möglicherweise hinter der Kampflinie (wenn man in heutigen Konfliktsituationen noch davon reden kann), verfliegt dieses Lächeln relativ zügig. Gelingt eine Rettung in sicheres Gebiet nicht, so steigt die Wahrscheinlichkeit einer Gefangennahme. Gerade bei Kriegsparteien, die von der Struktur her nicht unter die Genfer Abkommen III [1] fallen, kann dann ein bitteres Schicksal drohen. Berüchtigt für den laxen Umgang mit der Genfer
Konvention waren etwa die Kriegsparteien in den Konflikten im ehemaligen Jugoslawien.
Einer „Übung“ durfte ich beiwohnen und die Methoden kennen lernen, welche an Kriegsgefangenen angewendet werden. Verhöre, die unbekleidet durchgeführt werden, sind Entspannung im Vergleich zu den Stress Positions [2], in denen der Gefangene stundenlang ausharren muss. Da es sich hier nur um eine Übung gehandelt hat, wurde auf weitere Methoden der Befragung verzichtet; im Ernstfall ist aber damit zu rechnen.
Schläge, Elektroschocks, Waterboarding sind nur Beispiele, die hier anzuführen sind.

Bei Frauen ist auch Vergewaltigung nicht auszuschließen

Bei einer Frau ist auch eine Vergewaltigung nicht auszuschließen. Natürlich handelt es sich dabei um Kriegsverbrechen, aber diese werden, wenn überhaupt, erst nachträglich geahndet werden.
Begibt sich eine Frau in eine kämpfende Einheit, so ist im Ernstfall mit den üblichen Erlebnissen im Gefecht zu rechnen. Totalverluste und Verwundung in näherer Umgebung hinterlassen bei jedem Menschen Spuren. Bekannt sind Fälle aus der Fremdenlegion, bei denen das Erleiden solcherb Erlebnisse viele Jahre lang in Betreuung aufgearbeitet werden musste. So gibt es in meinem Bekanntenkreis jemanden, der wahrscheinlich jedes
Dreckloch in Schwarzafrika kennen lernen durfte.
Das Resümee aus dieser nüchternen Betrachtung von Gefangenschaft und Gefecht lautet, dass ein Verzicht auf Frauen an der Waffe keine Diskriminierung, sondern einen Schutz darstellt. Ein grenzwertiger Vergleich wäre der mit dem Kinder- und Jugendschutz. Auch hier möchte man junge Menschen vor Negativem schützen, und dieser Schutz wird nur
begrenzt in Frage gestellt. Manche Wunden eben nie. Deswegen heißt es auch: „Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen“ (Platon).
PS: Wer glaubt, dass sich aus dieser Betrachtung eine pazifistische Gesinnung meinerseits herleiten ließe, liegt falsch. Bewaffnete Konflikte halte ich auch in der heutigen Welt für notwendig. Was aber gewährleistet sein muss, ist eine Grundehrlichkeit bei den
Kriegsgründen. Dass die Bundeswehr sich nicht am Irakkrieg beteiligt hat, halte ich für richtig; dass sich die Bundeswehr nun bereits seit 10 (!) Jahren in Afghanistan engagiert, ist ganz klar eine Fehlleistung der Sicherheitspolitik aller beteiligten Nationen.

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen#Genfer_Abkommen_III
[2] Sehr wenig adäquates Anschauungsmaterial aber hier ein Beispiel
http://en.wikipedia.org/wiki/File:Vietconginterrogation1967.jpg

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One Comment - “Frauen an der Waffe”

  1. dr5k3 Says:

    Wenn ich die Argumentation richtig verstanden habe, sollten in der Bundeswehr (zumindest in Kampfeinsätzen) keine Frauen mehr zugelassen sein, weil sie vor den möglichen, extremen Folgen wie Folter und schlimmerem beschützt werden müssen.
    Da stellt sich für mich die Frage: wieso müssen nur die Frauen beschützt werden?
    Männern kann das gleiche Schicksal widerfahren, auch Männer können schwere Wunden, seelisch wie körperlich, aus einem Krieg davontragen. Folter unterscheidet nicht zwischen Geschlechtern, sie ist für jeden einfach nur grausam und ein Erlebnis dass für Frauen wie für Männer nur sehr schwer zu verarbeiten ist und immer Narben hinterlassen wird.
    Explizit Frauen davor beschützen zu wollen hört sich für mich sehr nach überholten Rollenbildern an.
    Und wieso sollten sie nicht selbst entscheiden können ob sie das Risiko eingehen?
    Jeder Soldat, ob Frau oder Mann, muss die möglichen Konsequenzen und Auswirkungen seiner Entscheidung, Soldat zu werden und Möglicherweise in Kriegen eingesetzt zu werden, selbst abschätzen können. Es gibt meiner Meinung nach keine Rechtfertigung Frauen hier in irgendeiner Weise zu bevormunden, und ihnen eine freie Entscheidungsmöglichkeit abzusprechen.
    Der Vergleich mit dem Kinder- und Jugendschutz ist in diesem Zusammenhang nicht nur grenzwertig, sonder völlig unangebracht.


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