Judenhass und das „Cafe Palestine“

tl;dr Es gibt eine Veranstaltungsreihe, die den Eindruck erweckt, für viele Referierenden sei nur eine Toter Jude ein guter Jude.

Antisemitismus beginnt nicht erst auf der Rampe, sondern damit, die Realitäten umzukehren und das Angriffsziel zum Täter zu erklären. Zum Beispiel einen Staat, den seit 65 Jahren die arabische Welt vernichten möchte, zur Bedrohung für diese zu erklären, weil er sich zur Verteidigung bewaffnet und sich wehrt, wenn er angegriffen wird.

So ekelhaft, so Antizionistisch

Schon das mit dem Ghettoaufstand von Warschau hat die SS den Juden schwer verübelt. Gute Juden sind in Ihrer Welt tot. Bekämpfen lebende die, die sie erneut ausrotten wollen, dann sind sie aggressiv, kriegslüstern und quälen gar jene, die sie ins Meer treiben wollen. So ekelhaft, so Antizionistisch.

In einer kleine Stadt in Deutschland gibt es einen Ort, an dem sich regelmäßig jene treffen, bei deren Reden man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, nur ein aus Israel vertriebener Jude sei ein guter Jude. Und nein, die Menschen, die sich dort treffen, sind weder in der NPD noch in einer Freien Kameradschaft Organisiert. Sie treffen sich bei Veranstaltungen, die von dem (Virtuellen) „Cafe Palestine“ in Freiburg Organisiert werden. Das „Cafe Palestine“ Freiburg behautet von sich, es sei ein „politisch- kulturelles Forum, das über die Situation im Nahen Osten berichten, persönliche Schicksale vorstellen und namhafte Referenten zum Thema einladen möchte“.

Im Mittelpunkt der bisherigen Veranstaltungen stand weniger eine Analyse der Situation in Palästina, sondern eine antizionistische und mitunter offen antisemitische Kritik an Israel getreu der Forderung des „Cafe Palestine“ nach der Abschaffung Israels und der Gründung eines Palästinensischen Staates. Die Liste der referierenden bei Veranstaltungen Liest sich wie ein Who’s Who des Internationalen Antizionistischen Judenhasses.

Das „Cafe Palestine“ versucht alles, um den Staat Israel zu de-legitimieren.

Dazu bedient es sich Verschwörungstheretikern wie Kenneth O’Keefe, der der Meinung ist, das der 11. September ein Insider Job mit Unterstützung des Staates Israel war. [1]

Gerngesehener Referent ist auch Alan Hart, früherer BC Mitarbeiter und Autor des Buches “Zionism – the real enemy of the jews”. In diesem „Sachbuch“ versucht er nachzuweisen, dass Juden weltweit unter der „Ideologie des Zionismus“ zu leiden hätten. Nach seiner Meinung ist die Motivation der israelischen Protagonisten dabei nicht die Sicherung des Überlebens des Staates Israel, sondern eine abstrakt-perfide Herrenmenschen-Ideologie, die Hart immer wieder mit dem Ausspruch “in gut’s zionist name” verballhornt.

Er ist der Meinung, das „Der (…) Staat Israel als das Krebsgeschwür im Zentrum der internationalen Politik (…) und ich glaube dass ohne eine Heilung dieses Krebsgeschwür uns alle auslöschen wird.“ und die Meinung vertritt, das der Mossad den 11. September Vorbereitet hat. [2]

Der britische Oriental-Jazz-Musiker Gilad Atzmon fordert bei Veranstaltungen des cafes  wiederholt die „Dejudification Israels“ forder: was Gabi Weber zustimmend lächelnd mit  „Wir müssen zu einem Prozess der Entjudung in Israel führen“ übersetzt.

Er freut sich auch, was ihm Unbelasen ist darüber, dass Israel, laut einer Umfrage der BBC, das viertunbeliebteste Land der Erde sein soll. Wahrscheinlich weil das in seinem Denken, wie auch den der ähnlich denkenden Piraten, dazu beiträgt, den  Prozess der „Dejudification Israels“ Voranzutreiben.

Was viele Deutsche gern hören, entlastet es sie  doch historisch und was einige Piraten auch gerne Erzählen wird von ihm verbreitet. Nämlich die Lüge, das „zionism predates nationalsocialism“, was Gabi Weber zustimmend Nickend mit  der „Zionismus ist der Vorläufer des Nazismus“ übersetzt. Er stellt weiter sie steile These auf, das „die Nazis haben Rassismus und Expansionismus (…) von den Zionisten gelernt“, und die Nazis hätten sich nur am Vorbild der  Juden orientiert. [3] Klar, auch das hat man schon bei Piraten gelesen.

Atzmon begibt sich gerne in die Niederungen neonazistischer Argumentationen. Er hat auf seiner Website am 25.3. 2010 einen Artikel „Judea declares War on Obama“ publiziert. In diesem Artikel wird die Neonazi Legende, wonach es bewiesen sei, dass „die Juden“ Deutschland den Krieg erklärt habe propagandistisch aufwärmt. Als „Beweis“ wird die Schlagzeile „Judea declares war on Germany“ der britischen Boulevard-Zeitung Daily Express vom 24. März 1933 gebracht. Und weil „die Juden“ Krieg erklärt haben, tragen sie laut Atzmon die Verantwortung für die Shoa und alles, was ihnen angetan wurde.

David Harnasch und das „Café Judenhass“

Warum nun diese Zeilen?

Dieses Café hat dem Journalisten David Harnasch vor kurzem mit rechtlichen Schritten gedroht – in einem Artikel auf der Achse des Guten hatte er vom „Café Judenhass“ geschrieben. [4]

Das „Cafe Palestine“, das wie beschrieben mit Antisemitismus und  Nazivergleichen hantiert, wehrt sich nun gegen die Bezeichnung:

Einseitigkeits- und Antisemitismus-Vorwürfe, ja sogar (Neo-)Nazi-Vergleiche muss man sich gefallen lassen, wenn man die kriminelle Vergangenheit und die kriminelle Gegenwart des Staates Israel und seiner VertreterInnen kritisiert.“

“Cafe Palestine Freiburg hat zwischenzeitlich einen Anwalt beauftragt, der “Achse des Guten” eine Unterlassungserklärung zukommen und diese bis am 10. Juli unterschrieben zurück senden zu lassen. Gleichzeitig wurde der Blog aufgefordert, die Bezeichnung “Cafe Judenhass” aus dem Internet zu entfernen.” [5]

Wenn man die Mitteilung des Cafe Palestine liest und die Veranstaltungen betrachtet, kommen einem unweigerlich noch Namen wie “Cafe Missverstanden” oder “Cafe Verschwörungstheorie” in den Sinn, so tapfer wie sie dagegen scheinbar Alle kämpfen.

[1] KEN O´KEEFE at FREIBURG CONFERENCE

[2] ALAN HART AT FREIBURG CONFERENCE

[3] GILAD ATZMON AT FREIBURG CONFERENCE

[4] Café Judenhass erklagt sich Raum in der Uni Freiburg – BZ pennt

[5] Gabi Weber: Noch mehr Gatekeeper – “Achse des Guten” hat Cafe Palestine Freiburg “entdeckt”!

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