Der #aBPT, die #Foyerpiraten/#pplattform und der ganze Rest

Der #aBPT ist vorbei, der neue BuVo gewählt.  Abgestraft wurden diejenigen, die sich selbst eher als Links, statt als Liberal oder „Sozialliberal“ positionieren (nicht, dass sich das gegenseitig ausschließen würde). Das war zu erwarten: Im neuen BuVo sind sie nicht mehr vertreten. Kandidierende, die ihre Positionen teilen, erhielten bei den Wahlen nur eine Zustimmung von ~ 35 %.

Der #aBPT

Die Verantwortung dafür, dass es so weit kam, müssen wir uns[1] selbst zuschreiben. Wir sind von programmatischem Erfolg zu Erfolg geeilt, haben Themen mit Köpfen präsentiert und gedacht, die Piratenpartei habe sich verändert. Darin erlagen wir einem Irrtum. Zwar hat unsere Piratenpartei „unsere“ Themen aufgenommen und auch Personen gewählt, die diese Themen vertreten: Wir haben Menschen auf die Europaliste und in den BuVo gewählt, die für eine emanzipatorische, solidarische und obrigkeitskritische Politik standen. Wir hatten einen guten Lauf – auch dank der Unterstützung vieler Mitglieder unserer Piratenpartei, die sich uns nicht zurechnen.

Wir haben aber auch schwere Fehler gemacht. Ich denke nicht nur, aber auch an die »Gates«, die uns seit November 2013 das Leben schwer machten und Sympathien in unserer Piratenpartei kosteten.

Diese gates und unser Umgang damit haben die Duldsamkeit vieler Piraten, die mit unseren Themen Sympathisieren, erschöpft und an uns zweifeln lassen.

Ich habe mich zu allen Gates, die für Aufregung gesorgt haben, positioniert und damit meine jeweilige Kritik verbunden.[2]

Doch nicht nur Sympathie und Verständnis kosteten uns diese Gates: Sie haben auch gezeigt, woran es den Menschen mangelt, die für eine emanzipatorische, solidarische und obrigkeitskritische Politik stehen: An Organisation.

Die Gründe für den Mangel an Organisation liegen einzig bei uns selbst. Wir wissen genau: Jede Gruppe dient dazu, Menschen zu exkludieren. Das wollten wir vermeiden und dadurch hinderten wir uns selbst daran, Schutzräume für unseren Diskurs zu schaffen.

Aus Angst, Menschen zu verlieren, haben wir uns nicht organisiert. Wir selbst haben uns dadurch, in der Konsequenz, personell und inhaltlich geschwächt.

Die 35% Falle und wie es dazu kam

Es ist uns, mangels Organisation, nicht gelungen, die Deutungshoheit darüber zu erringen, wie wir in unserer Partei gesehen werden. Uns wurden permanent Zuweisungen wie Linksradikale, Antideutsche, Bolschewisten und Gewalttäter an den Kopf geworfen – wir schienen diese Zuweisungen durch die folgenden Gates und unsere Reaktion darauf zu untermauern und so zu bestätigen.

Dafür ein Beispiel: Wir wurden als „gewaltbereit“ gelabelt und dann ständig zu unserem Verhältnis zur Gewalt befragt. Statt darauf die einzig richtige Antwort zu geben: „Warum unterstellst du mir, ICH wolle Gewalt als Mittel der politischer Diskussion anwenden? Woraus schließt du das? Bring beweise, dann Reden wir darüber, ansonsten stell deine Verleumdungen ein!“, haben sich viele von uns, ausgerechnet auf Twitter, auf „Diskussionen“ über die Gewaltfrage eingelassen.

Weil wir alle autonom und unorganisiert reagierten, konnten wir nur verlieren. Dass wir in Halle – erwartbar – auf die Fresse bekamen, liegt nur: An uns.

Vor diesem Hintergrund diejenigen zu beschimpfen, die unsere Kandidierenden nicht annahmen, hieße gleichsam: Am Boden liegend und uns vor Schmerzen krümmend, nach einem Messer greifen und Selbstmord begehen.

Es wird erzählt, Linke seien arrogant und abgehoben – und durch Tweets bestätigt, die fragen: „Wie politisch ungebildet muss man sein, um Sekor zu wählen“. Doch es ist keine gute Strategie, Menschen als dumm zu beschimpfen, auf die wir angewiesen sind, wenn wir in der Piratenpartei noch eine Rolle spielen wollen.  Und selbst wenn wir keine Rolle mehr in unserer Partei spielen wollen: so ein Vorgehen ist schlicht Niveaulos.

Das zur Vergangenheit. Nun die Zukunft.

Die #Foyerpiraten/#pplattform  

Es ist verständlich, wenn nach unseren Niederlagen auf dem Parteitag in Halle Enttäuschung Raum greift und in den Begründungen der Austritte oder im Wunsch nach Abspaltung  ausgesprochen wird.

Es ist zudem kein Vergnügen, wenn manche in der Partei sich an uns als die angeblichen „Linksradikalen, Antideutschen, Bolschewisten und Gewalttäter in der Piratenpartei“ wie an einem Punchingball abarbeiten.

Die Piratenpartei ist (noch) eine politisch heterogene Partei. Bei allen Beteiligten macht das eigentlich Kompromissbereitschaft nötig. Dem steht gegenüber, dass eine Kultur des Kompromisses und gegenseitigen Respekts in der Piratenpartei vollständig fehlen. Denn  Kompromisse werden individuell als Abweichen von der eigenen, immer richtigen Linie begriffen. Auch die Organisation als Flügel oder Strömung beinhaltet die Fähigkeit zum Kompromiss, das Einlassen auf Diskussionen und den Verzicht auf Maximalpositionen, es sei denn, sie werden von allen gestützt.

Der Bundesparteitag in Halle hat, bei einzelnen, zum Umdenken und zur Erkenntnis über die Notwendigkeit von Selbstorganisation geführt.

Das ist gut so.

Die #Foyerpiraten/#pplattform  haben gezeigt, dass das Interesse an politischer Organisierung derjenigen besteht, die sich selbst eher als Links, statt als Liberal oder „Sozialliberal“ positionieren (nicht, dass sich das gegenseitig ausschließen würde) . Nun gilt es, diese Chance zu ergreifen: Wir haben gezeigt, dass wir da sind, dass wir viele sind und dass wir uns nicht einfach vertreiben lassen.

Wie nun weiter?

Was nun?

Ich halte die Anwendung des technischen Handwerkszeugs zur Erreichung unserer politischen Ziele für verbesserungsbedürftig. Teil dessen ist auch eine andere realistische Wahrnehmung der Situation in der Partei. Ein Beispiel: Seit gestern Morgen läuft die Aktion „Handreichung“ #1000Hände. Kaum angelaufen, wird sie bei Twitter zerrissen und gebasht. Dieses Handeln ist politisch dumm –  eine Provokation, die als Frontalangriff auf den gerade gewählten BuVo verstanden wird.

Wenn uns nun die Mehrheit ihre Hand reichen will, dann sollten wir sie nicht ausschlagen. Warum auch? Noch wollen wir in dieser Partei sein. Und noch haben wir auch ein Interesse, diese Partei zum Erfolg zu führen.

Aber: Wir sollten klar machen, dass wir autonom bestimmen, wer WIR sind und uns nicht trennen lassen. Wir entscheiden, wer ein Teil von uns ist und weder BuVo noch Frankfurter Kollegium(FK) noch anderen dürfen wir darüber Definitionsmacht einräumen. Und: Nein – nur weil ich mit Menschen zusammenarbeite, *bin* ich nicht diese Menschen. Mich in Haftung für individuelle Handlungen zu nehmen, beruht auf der Annahme, ich besäße einen Erziehungsauftrag für jeden Menschen in einer Gruppe. Dem ist nicht so.  Wer uns die Hand reicht, reicht sie uns allen gemeinsam oder keinem von uns! Und wir sollten klar machen, das solche (Triggerwarnung wegen des Inhalts) Mails unser Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Handelnden nicht festigt.

Die Hand der Menschen auszuschlagen, die uns – ohne Hintergedanken – ihre Hand reichen wollen, ist falsch und übergeht den gegebenen, echten Willen, eine Zusammenarbeit auf neue Fundamente zu bauen.

Wir müssen uns der Aufarbeitung der eigenen Versäumnisse und Fehler stellen, die gerade erst zu den Hallenser Parteitagsergebnissen führten, die wir nun glauben, beklagen zu müssen. Das ist schwer, denn jede Selbstkritik und Reflexion eigenen Verhaltens bedarf der Erkenntnis, das dass eigene Handeln falsch war.

Was tun?

Was ist nun zu tun?

Ich stelle mir vor: Eine Mumble-Konferenz am Donnerstag, dem 3. Juli, durch die wir den Weg zur Bildung von Arbeitsgruppen beschreiten, die einen Kongress der progressiven Plattform organisatorisch und inhaltlich vorbereiten. Wir müssen anstoßen, Termin und Ort  für diesen Kongress zu finden, und einen quotierten Koordinierungskreis zur Außenvertretung bestimmen.

In der Vorbereitung des Kongresses müssen wir beachten, dass für dessen Vorbereitung keine Parteistrukturen genutzt werden, die nicht auch z.B. dem FK zur Verfügung stehen.

Parteigelder dürfen unter keinen Umständen für den Kongress genutzt werden, denn dieser Kongress ist keine Veranstaltung unserer Partei. Daraus folgt, dass die Strukturen unserer Partei keine Mitsprache ausüben in der Organisation des Kongresses.

Wir zahlen; wir entscheiden, wer organisiert; wir entscheiden, wer wie und unter welchen Bedingungen teilnimmt. Unser Geld – unsere Party.

Wir diskutieren bei dem Kongress das „Wie weiter und wohin?“, also möglicherweise auch, ob wir Teil unserer Partei bleiben, ob wir gemeinsam zu Neuem aufbrechen, oder strukturiert und gemeinsam einen anderen Platz finden. Wir diskutieren das miteinander – und wir lassen uns nicht stören.

Unsere Party – unsere Diskussion – unsere Entscheidung.

Was auch immer das Ergebnis dieses Weges sein wird: Wir sollten alles daran setzen, unseren Weg solidarisch, gemeinsam und geschlossen zu gehen. Bis dahin solten wir in unserer Piratenpartei weiterarbeiten, wie bisher! Alles andere ist kontraproduktiv, verletzt Menschen und grenzt andere und uns aus.

Darum: Lasst euch nicht provozieren! Die Unterstützer des BuVo sind im Siegestaumel, manche von ihnen sehnen unseren Auszug aus unserer Piratenpartei herbei. Um das zu erreichen, provozieren, verletzen und verleumden sie Tag um Tag aufs Neue. Nehmt das nicht an! Bleibt ruhig! Und denkt dran: Nur gemeinsam und solidarisch sind wir stark!

Zuletzt und vor allem: Tretet nicht einzeln aus! Lasst @Senficon, @Fl0range, @SeeroiberJenny, @incredibul, @Sofia_El_Toro, @Oreo_Pirat, @laprintemps, @Riotbuddha, @_Rya_, @netnr und viele andere – auch mich – nicht allein!

Denkt immer daran: “You are not alone, I am by your side …”

 

Danke an @jpreisendoerfer und andere fürs Nächtliche Lektorieren und diskutieren.

[1] ‚wir‘ und ‚uns‘ sollten in Anführungszeichen gelesen werden, da diese Begriffe Gruppen beschreibend und damit auch Gruppen bildend sind. Sie sorgen aber auch dafür, dass sich Menschen ausgegrenzt fühlen, da sie nicht genau wissen, ob sie mitgemeint sind. Nichts liegt mir ferner, als Menschen, die die für einen emanzipatorischen, solidarischen und herrschaftskritischen Politikansatz stehen, auszugrenzen. Aber durch das nutzen von ‚uns‘ und ‚wir‘ stelle ich klar, dass ich mich, freiwillig, einer Gruppe zuordne, der ich sowieso zugewiesen werde.

[2] Hiermit zum Flaggengate  damit zum Bombergate und zuletzt auch zu der Femen-Aktion am 07.02.2014

 

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38 Kommentare - “Der #aBPT, die #Foyerpiraten/#pplattform und der ganze Rest”

  1. druckerblog Says:

    sehr schöner Beitrag, da merkt selbst der Dümmste das es nur darum ging die Piratenpartei zu unterwandern und für eigene Zweke zu nutzen. Ihr seid entlarvt, da hilft auch kein Kreidefressen oder ähnliches. Die schweigende Mehrheit der Piraten ist erwacht und sensibilisiert und bleibt es.

  2. Laser Says:

    Sorry, Peter, der Post ist so falsch.

    Kaum jemand lehnt „linke“ Positionen ab. Die Piratenpartei ist, wenn man die Gesellschaft betrachtet, links. Auch die Liberalen. „Wir“ sind keine FDP, keine Wirtschaftsliberalen. „Unser“ Liberal sagt, daß der Staat den Menschen ein Leben in freier Entscheidung ermöglichen soll. In der Hinsicht ist auch das BGE eine liberale Position.

    „Wir“ lehnen nicht die „Linken“ in der Partei ab, „wir“ lehnen diejenigen ab, die zum Teil äußerst aggressiv die Deutungshoheit erlangen wollen. Die, die „Gegner“ auf’s Übelste beschimpfen (N*zi, Masku-A***h…), statt inhaltlich zu diskutieren. Die, die Gewalt als politisches Mittel billigen, androhen oder anwenden. Die, die nur provozieren und zerstören wollen. Das alles ist übrigens nicht links. Links ist für diese Leute nur ein Label, das sie sich umgehängt haben.

    Dich, Peter, zähle ich btw nicht zu dieser „Peergroup“, diesen „Polithools“. Ich finde es nur schade, wie Du in einem Schwarz-Weiß-Denken solche Leute verteidigst. Es geht in der Piratenpartei nicht um einen Streit links gegen liberal.

    Gruß
    Jochen

    • kpeterl Says:

      Sorry, Laser, ich bin da, kaum glaublich, anderer Meinung.
      Ich habe in den letzten Monaten mitbekommen, wie ich als „Linksradikaler, Antideutscher, Bolschewist, Gewalttäter“ usw. beschimpft wurde. In meinem Speziellen Fall sind noch „Lügner und Betrüger“ hinzugekommen. All diese Äußerungen kamen von Menschen, die sich selber als liberal bezeichnen, Teilweise im Kollegium sind usw.
      Wer mich einen „Linksradikalen“ nennt, kann das ja nur tun, weil ich „Linksradikale“ Positionen vertrete. Denn „Linksradikale“ definiert Mensch nun einmal darüber, dass sie diese Positionen vertreten. Ich stehe für einen emanzipatorischen, solidarischen und herrschaftskritischen Politikansatz und exakt das wird angegriffen, wenn ich, wahlweise als Linksradikaler, Antideutscher, Bolschewist oder Gewalttäter bezeichnet werde. Wenn diese Angriffe von „Liberalen“ kommen, wie genau willst du den Eindruck nennen, der dann entsteht? Das es um einen Streit links gegen liberal geht. Wenn mich über Monate hinweg Menschen angreifen und beschimpfen und du (Der das nie getan hat, was ich dir hoch anrechne) sagst mir dann, ich wäre gar nicht gemeint gewesen sondern andere, würde, wenn es nicht von dir kommen würde, bei mir einen Mittleren Lachkrampf auslösen.
      Für mich hat sich die Auseinandersetzung in den letzten Monaten NUR wie eine von Liberal gegen links dargestellt.

      • Laser Says:

        Das tut mir leid, wenn Du solchen Angriffen ausgesetzt bist. Und das heiße ich nicht gut.
        Aus meiner Sicht ist das aber die reactio auf die N*zi-Schreier.
        Wobei Du Dich aber oben in eine Reihe stellst mit Anti-Demokraten und Mobbern.

        Gruß

    • Ben Says:

      Sekor und die meisten im BuVo wollen aber vom BGE nichts wissen, obwohl das in der Tat eine (linke und) liberale Position ist. Diese sogenannten Sozialliberalen stehen da durchaus der FDP nahe. Man soll doch nicht so tun, als ob es hier nur um irgendwelchen vermeintlichen Linksextremismus (was man ja allenfalls von wenigen einzelnen sagen kann) ginge. Die Aufregung um „Linksextremismus“ war nur bequemer Vorwand für einen allgemeinen Rechtsruck.

      • zykez Says:

        Weil BGE und andere Visionen so zukünftig sind, das man gar nicht weiß, wann und wie sie wirklich umgesetzt werden können.
        BGE ist und bleibt ja ein Streitthema. Ebenso glaube ich nicht, das der Rest da irgenwie FDP-nah ist, sonst könnte man ja gleich zu den Liberalen gehen, da es dort schon vorhandene Strukturen gibt. Ebenso gibt es keinen formalen Rechtsruck, eher wieder ein kleiner Ruck Richtung Mitte. Mehrheitlich bleibt man aber eher links (bzw mitte-links).
        Für jemanden der (ganz) weit links steht, sieht halt alles wie ein Rechtsruck aus.^^


  3. Hallo Peter,

    auch wenn ich deinem Post nicht 100%ig zustimme finde ich ihn sehr gut. Das gegenseitige Bashing muss endlich mal aufhören.

    Auch ich habe dazu einen Post geschrieben. Denn ich hatte unter der „Antifa“ zu „leiden“. Trotzdem bin ich immer zu Gesprächen bereit. Nur muss sich die Gesprächskultur wesentlich ändern. Ich hoffe, du ließt meinen Blogpost und verstehst, was ich meine.

    http://piratmatzka.wordpress.com/2014/07/01/meine-hand-ist-ausgestreckt-ergreift-sie/

    Liebe Grüße

    Thomas

    • kpeterl Says:

      Ich habe deinen Kommentar veröffentlicht, weil ich jeden Kommentar veröffentliche, der nicht beleidigend oder verletzend ist. Dein Kommentar ist es nicht, dein Blogpost ist es.

    • LeITScout Says:

      Hi Thomas,
      in deinem Artikel schreibst du aus der extrem subjektiven Sicht deiner TimeLine. Ich war am WE da und habe keine Banden von aggressiven Krawallmachern um die Halle ziehen sehen. Ich habe definitiv nicht alles mitbekommen, aber dein Artikel stellt nicht annähernd die Gesamtsituation auf dem aBPT da.
      Deswegen habe ich auch nach 4 Absätzen aufgehört es zu lesen.

      Besten Gruß
      LeITScout

      PS: Ich rechne mich zu keiner der beiden diskutierten Strömungen.

      PS2: @Peter: Danke für deinen interessanten Artikel.


      • Hallo LeITScout,

        ich hatte gestern Abend das Vergnügen, im direkten Gespräch bestätigt zu bekommen, wass ich in meinem Blog beschrieben habe. Und zu viele Quellen bestätigen dass. Sogar solche, die an den „Nie wieder Deutschland“-Rufen vor der Halle beteiligt waren und die Partei somit der Peinlichkeit aussetzten.

        Wie dem auch sei: Wir müssen nun gemeinsam mit einer neuen Kultur gegenseitigen Respekts weitermachen. Ich bin dazu bereit.

  4. j Says:

    Sie wollen weiterhin ungestört sexistisch sein, Nazisprech verwenden und mit allen über alles ergebnisoffen reden als hätte es vor ihnen noch nie politische Diskussionen zu irgendetwas gegeben. Jeder, der sie auf bereits seit Jahrzehnten diskutiertes hinweist, ist ein Unterdrücker und „Polithool“ und alle Ergebnisse oder Diskurse werden kategorisch abgelehnt, die Menschen, die sich tatsächlich schon außerhalb der Piratenpartei damit beschäftigt haben, weggebissen. Das kann man nicht mal in einem „Diskursgeschichte101“ oder „Grundlagen der Politik“-Seminar bringen, damit eine Bundespartei untermauern zu wollen ist leider schlicht lächerlich. Man kann bestimmte Dinge ablehnen, aber man muß anerkennen, daß es sie gibt. Es gibt einen geschichtlich demokratischen Konsens über die Shoa, wenn man diesen negiert muß man sich halt umgangssprachlich als „Nazi“ beschimpfen lassen. Es gibt einen Diskurs über Geschlechterdifferenz und Gender, wenn man diesen negiert, kommt man bei so etwas wie (unter Piraten falsch verwendeten Begriff) Postgender an. Seine Gesellschaftsutopie darauf aufbauen zu lassen, alles zu verneinen (denk selbst, ander5) und komplett neu anzufangen, ist absoluter Irrsinn – ich kann es leider nicht anders nennen. Das ist m.E. auch Grund, warum diese Struktur Piratenpartei überhaupt nicht in der Lage ist (Teile wollen es sogar explizit nicht („unideologisch“)), ein erstrebenswertes Gesellschaftsbild zu entwerfen: Es wäre geschichtsvergessen, libertär, apolitisch, legalistisch und technokratisch. Das ist weit hinten, nicht vorne.

    • schmiddie Says:

      Tl; dr: Wer einen gesellschaftlichen Konsens hinterfragt negiert ihn nicht automatisch sondern versucht einen zukunftsfähigen Umgang damit zu entwickeln.

      Hpuuh… jetzt habe ich echt lange überlegt was man darauf antworten kann denn unkommentiert würde dieser Beitrag eventuell als unwiedersprochen und damit richtig gelten, es ist nur nicht grade einfach deine Argumente zu wiederlegen. Ich versuche es aber trotzdem.

      1.) Zum Sexismus: Ich möchte mit Menschen reden ohne ihr Geschlecht, ihre sexuelle Orientierung etc. im Diskurs zum Thema zu machen wenn es nicht darum geht. Das beinhaltet auch die Verweigerung gegenüber jeglicher ausgleichender Privilegierung weil damit zumindest in meinem Weltbild nur neue Schubladen und Strukturen geschaffen werden die Menschen in ihrer freien Entfaltung beschränken. Natürlich lehne ich Diskriminierung ab, ich kann aber nicht quasi zum Ausgleich dafür das Menschen von der Gesellschaft diskriminiert werden Ausgleichsprivilegien fordern oder etablieren. Ziel ist primär die Überwindung der zugrunde liegenden Diskriminierung und nicht die Etablierung eines Ausgleichs. Genau dieser Ausgleich zementiert nämlich wieder Rollenbilder und begründet in sich selbst wieder eine gesellschaftliche Verweigerungshaltung dem Abbau von struktureller Diskriminierung gegenüber.

      Die angestrebte Utopie ist hier, die Überwindung etablierter Rollenbilder statt einer Ausdifferenzierung und den daraus resultierender Strukturen mit sich gegenseitig hochstapeldenen Privilegien zum Ausgleich von existenten Privilegien.

      Ja ich kenne das Bild mit den drei Leuten, klein, mittel, groß, dem Zaun und den kisten. http://2.bp.blogspot.com/-kz1pZdaWelE/UbF2WyP-1OI/AAAAAAAAAPc/VPUcxxrJmyY/s1600/justice-and-equality_c_1028911.jpg
      Meine Persönliche Position ist an der Stelle das es einfacher ist den Zaun einzureißen,
      Die Unterstellung auf Grund der Verweigerung ausgleichender Privilegien (Kisten) gegen Gleichberechtigung und/oder Gerechtigkeit zu sein und daher Sexist/Unterdrücker etc. lässt sich bei näherer Betrachtung nicht halten.

      1.1
      Ich erkenne an das es eine langwierige intensive gesellschaftliche Debatte zu Geschlechterdifferenz und Gender gibt, ich halte aber die getroffenen prämissen und axiome (geschlechtliche Identität ist ein soziales konstrukt etc.) für absolut nicht haltbar. Eine Debatte deren Argumentation auf falschen Prämissen basiert kann ich, so leid es mir tut, nur mit hinterfragen der Axiome begegnen. Damit negiere ich die Validität aller Ergebnisse der Debatte der letzten 40 Jahre, bin aber dennoch dankbar das es die Debatte gab. Zur Konstruktiven Fortsetzung des ganzen müssen wir aber mMn. neue Wege der Überwindung struktureller Diskriminierung finden als die aus der Debatte bisher resultierenden da diese primär auf Ausgleich und nicht auf Abbau eben jener struktuellen Diskrimierung abzielen.

      2.) Zum Nazisprech: So du mir die Interpretation dieses unscharfen Begriffes überlässt würde ich zunächst versuchen darzulegen was ich glaube was du damit meinst.

      2.1)Als Nazisprech wird meines Empfindens nach insb. im Kontext der Piraten gerne (harsche) Kritik am Asylpolitischen Standpunkt einiger Mitglieder bezeichnet.

      Unabhängig davon ob diese Standpunkte vom Programm gedeckt sind oder nicht (sind sie weitestgehend).

      Die Verweigerung einem demokratischen (gesammtgesellschaftlichen Konsens) gegenüber tritt in der Kritik am Programmatischen Standpunkt aber nicht zutage. Die Verweigerung zum Anerkennen des (innerparteilichen) Konsens rührt aus der Ablehung der programatischen Forderungen der (gegebebenfalls einzelnen) Piraten in ihrer aktuellen Form.

      Daraus zu schließen das diejenigen Personen welche den programmatischen Konsens hinterfragen/kritisieren/angreifen sich dem gesamtgesellschaftlichen Konsens verweigern und dementsprechend Nazis sind die Zuwanderung / Recht auf Asyl etc. grundlegend ablehnen halte ich aber für unzulässig.

      2.2) Es gibt einen gesamtgesellschaftlichen Konsens (und dieser muss nichtmal demokratisch sein weil’s ein Fakt ist) zur Existenz der Shoa. Wer diesen negiert kann/darf/muss zurecht als Nazi bezeichnet werden. Wozu es keinen gesamtgesellschaftlichen Konsens gibt, (und wenn einer herbeigeführt wird dann zwingend demokratisch) ist der Umgang mit dieser historischen Tatsache. Der Umgang ist dabei durchaus Komplex und reicht von einer Erinnerungskultur über die Ausgestaltung der zwingen notwendigen Bildung bis hin zum Umgang mit der eigenen formalen oder mentalen nationalen Identität und daraus resultierend zum Umgang mit dem Historischen Erbe im aktuellen politischen Weltgeschehen.

      Dieser Umgang mit den Konsequenzen der Shoa ist auf Grund seiner Relevanz kontinuierlich neu zu betrachten. Alles andere wäre nämlich genau das Geschichtsvergessen was du am Ende deines Posts denjenigen unterstellst die die bereits geführten Diskussionen nochmals (weiter) führen möchten.

      Das hinterfragen und selbst denken, das nicht unhinterfragt rezipieren ist zwingend notwendig um eine Erinnerungskultur lebendig zu halten. Dabei ist es äußerst abträglich von -wie auch immer qualifizierten- anderen Personen den einzig richtigen Umgang vorgeschrieben zu bekommen. Den „Nazi“ fängt man sich nämlich an genau der Stelle wenn man den aktuellen Umgang hinterfragt und die Gegenseite meint diesen Umgang bereits im langjährigen Diskurs gefunden zu haben.

      Der Umgang mit dem historischen Erbe muss praktiziert und nicht verordnet werden um vom einzelnen ernst genommen zu werden. Eine Verweigerung der Debatte gegenüber mit dem Argument der Konsens sei bereits gefunden sorgt gegebenenfalls nur dafür das genau dieser Konsens nicht hinterfragt und neu betrachtet und gelebt wird sondern das er abgelehnt wird.

      Das Ablehnen des gesellschaftlichen Konsens zum Umgang mit dem historischen Erbe ist daher Konsequenz der Behauptung es gäbe einen abschließenden Konsens.
      Der mMn. vernünftige Umgang mit dem historischen Erbe ist die bewusste Auseinandersetzung gepaart mit einer Betrachtung der Relevanz im aktuellen weltpolitischen Kontext. Die Ausgestaltung der Konsequenzen muss explizit Thema sein und nicht als bereits definiert gelten. Im Rahmen der Debatte wie, nicht ob, man mit den Konsequenzen umgeht kann sich auch eine qualifizierte Position für die Zukunft entwickeln.

      Diese Debatte muss schmerzhaft sein und deren Teilnehmer dürfen beim finden einer zukunftsfähigen Position gerne Fehler machen, dann kann man diese nämlich in der Debatte betrachten und bewerten und gegebenenfalls daraus neue Schlüsse ziehen die z.b. die Ursachen strukturell existenten Antisemitismus plötzlich klar werden lassen. Wenn ich mich der Debatte mit dem Argument verweigere das es eine gesetzte Position gibt werde ich weder erfahren warum der Mensch sie nicht teilt noch sie korrigieren können noch, nach Aufarbeitung der Position desjenigen einen Weg und eine Position finden mit der alle beteiligten aktuell leben können.

      Zusammenfassend ergibt sich daraus für mich ein humanistisches Weltbild das die fortwährende Betrachtung und Auseinandersetzung mit allen gesellschaftlichen Themen explizit begünstigt um daraus einen gesellschaftlichen Konsens zu entwickeln der niemanden zurücklässt und jedem die größtmögliche Freiheit zur persönlichen Entfaltung lässt. Die Position geschichtsvergessen habe ich denke ich ausgiebigst wiederlegt, libertär im nicht wirtschaftslibertären sinne sondern im anarchistischen empfinde ich insoweit als aktzeptable Zuschreibung als das einer der höchsten Grundwerte die persönliche Freiheit ist. Kritisch betrachte ich hier allenfalls die dem Anarchismus innewohenende Gefahr des „Recht des Stärkeren“ welches explizit nicht Ziel der demokratischen Auseinandersetzung ist.
      Apolitisch würde mMn mangelnden Gestaltungswillen bezeichnen. An Gestaltungswillen sehe ich jedoch keinen Mangel, ich sehe vielmehr eine klare freiheitliche Utopie die Menschen Partizipation an allen gesellschaftlichen Entwicklungen ermöglicht.

      Die Ermöglichung historisch gefasste gesamtgesellschaftliche Konsense zu hinterfragen und zu überdenken definiert für mich genau den Begriff unideologisch. Es gibt keine abschließende Wahrheit, kein ewig währendes ideales Weltbild, in dem alle Menschen glücklich werden, keine Ideologie von der ich glaube sie wäre die einzig richtige. Es gibt nur die konsequente Betrachtung und Aufarbeitung der aktuellen Situation unter Berücksichtigung historischer Fakten und Lehren um strukturelle Diskriminierung abzubauen und jedem Menschen die Möglichkeit zu geben sein eigenes vielleicht krudes Weltbild zu leben und damit glücklich zu werden.

      Das diese Freiheit und das Ausleben eigener Beklopptheit niemanden zu benachteiligen / zu unterdrücken hat sollte klar sein und es liegt in der persönlichen Entwicklung jedes einzelnen dies zu verinnerlichen.

      Wenn du mich nach einer Utopie, nach einem utopischen Menschenbild, nach einer Ideologie fragst, dann wäre genau dieses persönliche Bewusstsein die Macht zu haben andere zu unterdrücken mein Wunsch. Jeder Mensch sollte sich bewusst sein, dass er diese Macht hat und sie dementsprechend kontrollieren.

      Da ich aber weiß, dass man Menschen nicht einfach ändern kann, muss der Umgang mit immer wiederkehrender Unterdrückung ob durch Gruppen oder durch einzelne konsequent weitergeführt werden.

      Diese Arbeit ist genau das oben beschriebene Hinterfragen historisch gefundener Konsense. (Und nein ich meine nicht die Shoa, die ist ein Fakt und kein demokratischer Beschluss /gesellschaftlicher Konsens das es sie gab)

      Das empfinden eine gesellschaftliche Regel weder zu verstehen noch sie hinterfragen zu dürfen führt zu Ablehnung genau dieser Regel. Daher gilt es, für die gesamte Gesellschaft, nicht nur für die Piraten untereinander, diesen Diskurs zu ermöglichen und struktureller Diskriminierung durch das entwickeln neuer Lösungsansätze zu begegnen.

      • j Says:

        Schmiddie, es tut mir leid, ich fürchte ich habe Dir Zeit gestohlen. Ich habe den obigen Kommentar geschrieben in einer Wut, in einer Verzweiflung, weil ich glaube, dass das politische Experiment meiner Generation in Deutschland gescheitert ist. Und meine Wut zielt am wenigsten auf Dich, Du bist am wenigsten gemeint. Es tut mir leid, ich kann mich nicht so elaboriert ausdrücken, aber was soll ich denn davon halten, wenn mir aus der Piratenpartei „Feminazi“ entgegengerufen wird, nur, wenn man ein Binnen-I benutzt? Ist es allein ablehnen der „alten“ Axiome, wenn auf ein „generisches Maskulinum“ bestanden wird, das linguistisch nicht haltbar ist? Ich glaube, dass ein moderner Feminismus durchaus auf Abbau struktureller Diskriminierung abzielt und ja, ich glaube auch, dass man Gender mitdenken sollte und nicht nur darauf hoffen, dass man sich mit Leuten unterhält, bei denen Gecshlecht und sex. Ausrichtung keine Rolle spielen. Das wir mir bei den Piraten spätestens dann bewusst, wenn ich höre, dass einige gerne schwarzblond gewählt hätten, weil sie sich als blonde Frau ja gut in der Presse macht. Da bin ich fassungslos. Und ich bin sehr oft fassungslos, wenn ich mir die Piratenpartei ansehe. Was den zweiten Punkt angeht: Auf Thiesen möchte ich hier nicht eingehen und so war mein Ursprungskommentar auch nicht gemeint. Aber: Ich glaube, dass es einen Konsens gibt oder geben sollte, dass man die Bombardierung Dresdens nicht als Massenmord oder „Bombenholocaust“ bezeichnet. Beides habe ich in der Diskussion nach Bombergate gehört. Wie bitte soll man sich da noch kritisch gegen so eine Aktion äußern (sehe ich wohl so wie Morlang), wenn man damit sofort auf der eindeutig falschen Seite steht. Es gibt keinen Platz mehr für Diskussion. Ich bezweifle übrigens auch, dass es bei vielen in der Piratenpartei einen Gestaltungswillen gibt, ein Ziel, die Gesellschaft umzuformen. Geht es nicht inzwischen nur noch um eine Interessensgemeinschaft für Netzrechte? Für Kernthemen? Soll Diskurs überhaupt noch ermöglicht werden oder gelten Bestrebungen wie Peira oder die OM eher als unbequeme Spinnertreffen? Geht es noch um Lösungsansätze oder nur noch um das Netz in den Grenzen von 1999? Wo sind die Ideen für eine Urheberrechtsreform des Frankfurter Kollegiums? Wird BEO je mehr sein als Basisberuhigung? Ich sehe das alles nicht, ich sehe keinen Gestaltungswillen, ich sehe nur wenige in tatsächlichem Diskurs, ich bin verzweifelt – an dieser Partei. Und ich glaube nicht mehr daran, dass aus ihr noch irgendein Zündfunke für irgendeinen gesellschaftlichen Wandel kommt. Und das bei einer sonstigen Parteienpolitik, die noch tief im Postindustrialismus verhaftet ist. Vielleicht ist das ein Axiom, das andere ablehnen, aber ich glaube, es braucht eine Politik fürs Informationszeitalter. Das ist mit einem sturen Blick auf „Kernthemen“, einem populistischen (wie ich wirklich finde) Negieren bisheriger Diskurse und einem bloßen Parteiverwalten (1000Hände, BuVo, UU-Sammeln, GO-Schlacht etc.) nicht machbar.
        (Bitte keinen langen Antworten. Wenn diese Partei noch eine Zukunft haben sollte dann wohl eher, wenn sich mehr hinterfragende Leute innerparteilich engagieren anstatt z.B. hier mit frustrierten Ex-Wählern zu diskutieren.)

      • j Says:

        Ne, lieber Herr „Peter, die Basisgurke“. Dann löschen sie doch bitte alle meine Kommentare. Ich weiß, was Zensur ist, habe nie darauf gepocht, hier veröffentlicht zu werden und werde dies auch nicht tun. Allein die Unterstellung, ich würde irgendwen verklagen, weil mein Kommentar nicht freigeschaltet wird, beleidigt mich. Machen sie bitte auf ihrer Seite, was sie wollen. In Zukunft ohne mein zutun. Danke und Tschüß. *kopfschüttelnd ab*

      • kpeterlbw Says:

        Sorry, ich muss mich bei dir entschuldigen. Die Antwort war _nicht_ für dich sondern für Linksliberaler-Pirat gedacht. Ich bedauere außerordentlich, dass es zu diesem Fehler gekommen ist.

      • j Says:

        danke für die aufklärung. dann bin ich doch sehr froh. bitte diesen und meinen vorherigen kommentar dann löschen, macht so m.E. keinen sinn mehr. (und sorry für das anpampen, ich fühlte mich doch recht vor den kopf gestossen, aber wenn ich gar nicht gemeint war, nichts für ungut) thx!

  5. Paranoia Says:

    Ja, bitte ja.
    (Wobei ich diesen durchaus notwendigen Prozess der Selbstfindung nur auf der einen Seite sehe. Die „liberale“ oder „sozial-liberale“ Ecke, zu der ich mich zähle, würde diesen Prozess ebenso brauchen. Auch hier besteht kein Konsens über „gemeinsame“ Positionen, sondern nur eine Vielzahl von Auslegungen einzelner Personen.)

    Aber, bitte macht nicht den Fehler und macht euere eigene (notwendige) Positionierung von anderen abhängig. Bitte versucht in einen Prozess einzutreten, in dem ein „Wir wollen“, „Wir finden“ und „wir denken“ alleinig im Fokus steht und schließt „Andere“, „Die“ und „Im Gegensatz zu“ völlig aus. Gerade diese Fokussierung auf andere hat im letzten Jahr vieles verhindert und Fronten verhärtet, die sich auf andere Weise vielleicht gar nicht realisiert hätten.

    Konzentriert euch erstmal auf euch selbst und schaut, wo eure gemeinsamen Positionen liegen, ohne irgendeinen Blick nach außen. Wenn ihr diese gemeinsame Position gefunden habt, kann man auf dieser Grundlage mit den „anderen“ reden und sachlich diskutieren. Und das wäre eine Schritt dahin, dass jede Seite mit der anderen über deren Position redet und nicht über das, was man der anderen Seite (oftmals schlechtes) unterstellt.

  6. Martin Szenop Says:

    Es mag sehr gut sein das die „hart Linken“ nicht ohne die „SozLibs“ können und dennoch können die „SozLibs“ sehr wohl ohne die „hart Linken“ und um es ehrlich zu sagen: „Die meisten wären froh euch los zu sein!“

  7. kleenerspinner Says:

    Ich schliesse mich der Meinung von Laser an. Niemand hat die Absicht Linke auszuschliessen. Für mich war es immer ein Kampf zwischen der sogenannten Peergroup und ihren Kritikern. Was mich persönlich an dieser Peergroup störte, war ihre totalitäre Art und Weise. Frei nach dem Motto: Wer nicht für uns ist, ist ein Nazi, Rechter, Konservativer, Masku, oder eine Kartoffel Keine dieser Beschimpfungen trifft auf irgendeinen Piraten zu und provoziert nur Gegenreaktionen, die dann ebenso heftig ausfallen können. Da möchte ich mich nicht rausnehmen, auch ich habe kräftig gegen die Peergroup gerantet und möchte diese Gelegenheit nutzen mich bei den Menschen zu entschuldigen, die ich vielleicht zu hart oder gar zu Unrecht angegangen bin.
    Ich denke, nachdem wir jetzt gezeigt haben, wo der Frosch die Locken hat, ist es Zeit sich gegenseitig die Hände zu reichen und einen Konsenz zu finden.

    Piratige Grüsse 🙂

    • ChNissen Says:

      +1 zum oberen Absatz
      Nur muss man halt auch eingestehen, dass es wohl noch genügend Spinner am rechten Rand der Partei gibt (mehr als ich gehofft hätte), die meinen jetzt Oberwasser zu haben.

      Ich wünsche mir von der „progressiven Linken“ eigentlich nur ausreichende Emphatie, zu verstehen, dass vieles was „in ihrer Bubble“ gut ankommt katastrophale Nebenwirkungen hätte oder vielleicht einfach nicht gewollt ist und dass man nicht alles, was einem nicht 99,99% passt direkt mit allen Mitteln bekämpfen muss (ich meine hier so Dinge wie den Inklusionsantrag in Bochum oder das ständige Bohei wenn irgendwo auf irgend einer Demo jemand dabei ist, der irgendwem nicht passt)

      Wer nicht gewillt ist Kompromisse einzugehen, ist in einer Partei einfach nicht richtig aufgehoben. Ganz unabhängig von seinen jeweiligen Positionen.

      Jedenfalls wünsche ich euch viel Glück mit der Plattformgründung, ganz unabhängig davon ob ihr euch dann mehrheitlich dazu entscheidet zu bleiben oder eure Ziele in anderer Form weiter zu verfolgen.


  8. […] angenehm hingegen fand ich hingegen den Blogpost von Peter zu lesen. Ich wünsche den progressiven Piraten dabei viel Erfolg, und hoffe das wir bald wieder […]

  9. PMX Says:

    Ich will deinem Fazit was jetzt zu tun sei nicht widersprechen. Für mich steht der Entschluss allerdings schon fest.
    In dieser Partei _kann_ es nicht weiter gehen. Es mag unterschiedliche Gründe für jeden von uns gegeben haben, ich bin allerdings nicht in die Piratenpartei eingetreten um Teil eines „Flügels“ oder einer Gruppierung zu seien die nicht von der Gesamtpartei geschlossen gestützt wird. Dann hätte ich auch in eine bestehende Partei eintreten können. Die Vision die ich hatte – und das mag naiv gewesen sein – war dass durch unseren gemeinsamen Schwerpunkt der Netzpolitik und den kulturellen Background es auch Einigkeit in den großen Linien der damit zusammen hängenden Politikfelder gibt. Das ist ganz offensichtlich nicht der Fall.

    Christopher sagte zurecht dass uns eines fehlt und zwar die innerparteiliche Solidarität. Das stimmt ist aber in diesem Fall auch gut so. Ich will nicht solidarisch mit vielen Menschen, ihren politischen Standpunkten und ihren Äußerungen sein wenn das einzige was uns verbindet der bezahlte Mitgliedsbeitrag ist.

    Falls es einen Versuch in einer neuen Partei geben wird werde ich das wohlwollend beobachten ansonsten war es das aber für mich. Ich verstehe allerdings, dass es für gewählte Mandatsträger oder Leute in Vorständen/Beauftragungen eine deutlich schwierigere Entscheidung ist.

  10. Ben Says:

    Wie kommst du darauf, dass #1000Hände eine „Handreichung“ zwischen den Flügeln sein soll? Mir erscheint das nur als das Gegenstück zu #KeinHandschlag, nach dem Motto „Mit DIESEM BuVo arbeiten wir wieder gerne“.

  11. Josef Says:

    Du solidarisierst Dich in deinem Blog mit verschiedenen Piraten. Das ist gut, aber jeder einzelne Pirat, den Du benennst greift öffentlich auf Mailinglisten andere Piraten an, weil sie eine andere Meinung vertreten, ganz aktuell die @Sofia_El_Toro auf der #BWmist ( http://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=448953 ) . Kritisiert man dies, ist man ein masku, ein Rechter, ein Nazi und was weiß ich. Die Angriffe der anderen Twitternicks würde hier jetzt den rahmen sprengen.

    Für die Gründung eurer Plattform wünsche ich Euch Erfolg, die Piraten können aber nur dann Erfolg haben, wen auch die progressiven/linken oder wie auch immer in der Lage sind, Kompromisse einzugehen.

    Übrigens;
    – nicht jeder, der das Konzept der Antideutschen kritisiert ist selbst ein Nazi !!!
    – nicht jeder, der das Gendern kritisiert, ist ein Masku
    – nicht jeder, der die Arbeit der Polizei NICHT kritisiert ist obrigkeitshörig

    • kpeterlbw Says:

      Ich habe einfach mal darauf verzichtet, alle Falschbehauptungen in deinem Kommentar zu XXXXX. So gefällt er mir besser, offenbart er doch perfekt die Art, wie Unwarheiten und Unterstellungen von bestimmten teilen der Piratenpartei, in diesem Fall dir, verbreitet werden.
      Du behauptest “Kritisiert man dies [den von dir geposteten Beitrag von sophie], ist man ein masku, ein Rechter, ein Nazi und was weiß ich.“ Ich habe den Thread gelesen und siehe da: niemand wird darin als „masku, Rechter, oder Nazi“ bezeichnet. Also ist deine Behauptung unwahr.

      Oder aber du besitzt hellseherische Kräfte und weist exakt, was jemand auf eine Antwort, die noch gar nicht geschrieben wurde Erwidert. Das wäre denn, da nicht beweisbar, eine Unterstellung.

      Zum teil mit –
      „-nicht jeder, der das Konzept der Antideutschen kritisiert ist selbst ein Nazi !!!“
      Stimmt, die meisten Nazis sind sogar zu blöde, das Konzept der Antideutschen zu Kritisieren. Das haben sie mit vielen anderen gemeinsam.
      Ich wiederum glaube das Konzept der antideutschen Verstanden zu haben und Kritiksire es und bin mir sicher, das ich kein Nazi bin. Das wird mir im übrigen jeder Antideutsche, den ich kenne, bestätigen.

      „-nicht jeder, der das Gendern kritisiert, ist ein Masku“
      das ist richtig: hierbei gilt: es kommt auf die Art und die Argumente an, mit denen Gendern Kritisiert wird. Wer Masku Argumente nutzt, muss sich dann doch den Verdacht gefallen lassen, einer zu sein.

      „-nicht jeder, der die Arbeit der Polizei NICHT kritisiert ist obrigkeitshörig“
      Nun, das stimmt ebenfalls. Ich Kritisiere die Arbeit der Polizei nie. Ich Kritisire Verbrechen und sonstige Straftaten, die Polizisten begehen. Und zwar immer. Den Polizisten, die Straftaten wie Körperverletzung im Amt usw. begehen sind schlimmer als gewöhnliche Verbrecher, denn sie begehen nicht nur ein Verbrechen, sondern machen auch ihren Job nicht.


  12. Hallo,

    Ich fühle mich vom Linken Parteiflügel als Pirat nicht mehr vertreten und nicht mehr ernst genommen. Und das obwohl ich selbst eher Linksradikal bin.

    Neustes Beispiel ist Julia Reda die im EU Parlament mit Antifafahne posiert. Wir die Parteibasis haben viel Geld und tausende Arbeitsstunden investiert damit Julia diesen Parlamentsposten bekam. Und was macht sie, statt mit Piratenflagge zu werben wirbt sie mit einer Parteifremden Fahne von der Antifa. Sie hätte wenigstens eine „Piraten gegen Rechts“ Fahne nehmen sollen. So fühle ich mich einfach nur mißachtet und vor den Kopf gestoßen das sie die Antifa und nicht die Piraten vertritt.

    Übrigens, die Ironie der Geschichte. Die Lokale Antifa bei uns vor ort will sich, ich zitiere „Nicht von Parteipolitik vereinnahmen lassen“. Das heist ihr macht euch mit sowas nicht nur bei der eigenen Parteibasis extrem unbeliebt sondern viele Antifas sind auch nicht besonderst begeistert von der Vereinnahmung ihrer Organisation durch Parteipolitiker.

    Solange ihr so weiter macht werdet ihr in meiner Piratenpartei keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen. Solange ihr die Parteibasis nicht ernst nehmt werdet ihr auch auf weiteren BPTs schwere Niederlagen hinnehmen müssen. In einer Basisdemokratischen Partei müsst ihr dafür sorgen nicht den Kontakt zur Basis zu verlieren, da hat definitiv eine Entfremdung stattgefunden.

    Also, werdet mal erwachsen und formuliert eure politischen Ansprüche auf eine Seriöse weise, ohne Gates, ohne Flaggenwedelei und ohne absurde Nazivorwürfe gegen andere Linksgerichtete die euch kritisieren. Dann ist auch wieder eine Versöhnung und Zusammenarbeit denkbar…

    • kpeterlbw Says:

      Mir schreiben oft absurde Menschen. Du schießt den Vogel ab. Ich musste deinen Beitrag aus dem Spam befreien, so schlecht war der facke. Aber der Text absurde Satire darum ist er veröffentlicht.
      Andererseits: wenn ich ihn nicht veröffentlicht hätte hättest du dir wahrscheinlich den einzigen RA der westlichen Hemisphäre, der nicht weiß, was Zensur ist, genommen und mich verklagt.

  13. schepperle Says:

    Hat dies auf schepperle rebloggt.

  14. eckes/Bernd Says:

    Ich finde eine Antifa Fahne im EP aufzuhängen so ein liebenswert versöhnliches Zeichen. Damit versichert man sich ganz sicher den Rückhalt in der Restpartei. Kluger Schachzug. (Mal ganz abgesehen davon dass ich schon den Streit in der Fraktion kommen sehe…)

    • kpeterlbw Says:

      1)Mitglieder der Grünen Fraktion im Europaparlament, unter andern @skaKeller @JanAlbrecht @TerryReintke @TerryReintke @ernesturtasun und auch @Senficon haben, Stellvertretend für die Fraktion ein Zeichen gegen den Einzug von Nazis ins EP setzen wollen;
      2)Dazu haben sie, an den Plätzen der Entsprechenden Abgeordneten im EP eine Antifaflagge Hochgehalten;
      3)Das zeichne gegenüber der Restpartei ist nicht toll, stimmt. Andererseits ist es Julias Recht das zu tun, denn wir bestehen auf das Freie Mandat. Im übrigen geschah es im Auftrag der entsprechenden Fraktion.

      • Laser Says:

        Piratenintern ist es nicht besonders feinfühlig.

        Der entscheidende Unterschied liegt aber darin, daß die Menschen die Flagge gehalten haben – vergleichbar mit den T-shirts beim #aBPT. Sie haben die Flagge nicht über dem Rednerpult aufgehängt, was #Fahnengate entsprechen würde.
        So war es eine persönliche Meinungsäußerung, nicht der Versuch, einem Gremium diese aufzudrücken.

        Gruß

  15. Nicht mal Rechts Says:

    Am Anfang ganz nett, aber dann lässt es doch tief blicken. Die ausgestreckte Hand ist für euch nur Mittel zum Zweck.

    • kpeterlbw Says:

      Und ich bin ein Linksradikaler, Antideutscher, Bolschewistischer, Maoistischer Stalinistischer Gewalttäter, der als U-Boot die Piratenpartei unterwandert hat. Komm einfach Klar!

      • nuunjaa Says:

        Hallo Peter, ich könnte dir eine ähnliche Aufzählung in die andere Richtung geben – von rechtsnational, über Querfrontwurst mit Nazisprech – Die Gebashe Ende Februar war dann auch ein Grund für mich auszutreten (u.a wurde der LaVoHE als Nazi-Lavo beschimpft) und nein, ich habe die Tweets nicht gesammelt
        Klarkommen müssen damit alle…
        Für ein ernsthaftes Händereichen ist das stete Wiederholen vermutlich nicht hilfreich


  16. […] Situation ist wie sie ist und wie @Kpeterle bereits richtig geschrieben hat: “Die Verantwortung dafür, dass es so weit kam, müssen wir uns selbst zuschreiben.” Wir waren von programmatischen Erfolgen verwöhnt und auch die bisherigen Bundesvorstände waren […]


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