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Die Sorge um das „Ansehen der Deutschen Nation” in der Welt

22. August 2013

tl;dr Wenn Rassisten gegen Schutzsuchende hetzen, sorgt sich IM Friedrich einzig  „um das Ansehen Deutschlands in der Welt“

Während der Pogrome 1992 sorgten sich alle Parteien um das „Ansehen Deutschlands in der Welt”, nicht aber um die vom Feuertod bedrohten Menschen. Außenminister Westerwelle fand die Mordserie des NSU nicht für die Dahingemordeten entsetzlich, sondern „vor allem sehr, sehr schlimm für das Ansehen Deutschlands in der Welt”. Und nun, wo Rechtsradikale und Rassisten gemeinsam gegen Flüchtlingsunterkünfte in Duisburg und Hellersdorf hetzen, sorgt sich IM Hans-Peter Friedrich (CSU) ebenfalls „um das Ansehen Deutschlands in der Welt“ und nicht um die von einem Mob belagerten Menschen.

Das Ansehen Deutschlands

Nicht der Sicherheit der Menschen, die bedroht werden, gilt die Sorge des sonst als Sicherheitsminister agierenden CSU Politikers. Ihn interessiert, neben dem Ansehen Deutschlands, nur noch, wie er den Forderungen nach der Entfernung der als störend empfundenen Schutzsuchenden nachkommen kann. Von Interesse ist für ihn, wie er den Mob beschwichtigen und belohnen kann.

Darum verspricht er dem rassistischen Mob, „die Verfahren zu beschleunigen”, damit die Schutzsuchenden möglichst schnell wieder in die Länder, aus denen sie geflohen sind, abgeschoben werden können.

Neonazis sind für IM Friederich Konkurrenz im  Kampf um Wählerstimmen.

Ebenso wichtig ist es ihm, die Erkenntnis zu vermitteln: „Neonazis schaden unserem Vaterland„.  Denn, wenn Neonazis sich aufs „Vaterland“ berufen, sind sie für  IM Friederich keine Gegner, sondern Konkurrenz im  Kampf um Wählerstimmen.

Unser Kämpfer für die Sicherheit fühlt sich am wohlsten,  wenn er die Nazis anklagen kann, un- oder gar anti-national zu sein. Hier lautet der Vorwurf: Nazis schädigen das Ansehen Deutschlands in der Welt, machen die Nachbarvölker misstrauisch gegenüber dem deutschen Gewicht in Europa, erschweren das Anwerben der klügsten Köpfe für den Forschungsstandort Deutschland und verhindern womöglich sogar ausländische Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Die subtile Botschaft ist: der Kampf für das Vaterland und die Interessen der Nation sei einzig bei der CDU/CSU in guten Händen, denn sie stelle die einzige verlässlich, dem Vaterland dienende Kraft dar.

Klammheimliche Freude beim Anblick des Mobs?

Manche Bürger empfinden offensichtlich eine klammheimliche Freude beim Anblick des Mobs, setzt dieser die Parole „Alle Gewalt geht vom Volke aus“ in ihren Augen doch besonders einsatzfreudig und konsequent um. Mit den „Sorgen der Bevölkerung”, die in diesem Zusammenhang als Beweggrund ausgemacht werden, hat das übrigens nichts zu tun: Es ist schlicht eine konformistische Rebellion, die nach mehr und gnadenloserer staatlicher Härte ruft und dabei schon mal demonstriert, wie das auszusehen hat.

Rasereien der Marke Hellersdorf und Duisburg belegen: der autoritäre Charakter sucht sich immer wieder eine lustvolle Befriedigung in der Erniedrigung anderer. Er trachtet nach einer Sinnstiftung durch die Zugehörigkeit zu kleineren und größeren Kollektiven wie der Familie, dem Betrieb, dem Schützenverein, der Dorfgemeinschaft, der Nation  und durch den verbalen wie tätlichen Angriff auf alles, was nicht dazu gehört und es auch nicht soll. Wem das Leben sonst nichts zu bieten hat, der kann sich immer noch daran halten, Teil der Herrenrasse zu sein, mit den bekannten Folgen.

Ich für meinen Teil kann nur sagen: wenn ich höre, dass in Duisburg oder Hellersdorf Sätze  über  schutzsuchende Menschen fallen wie  „Der Dreck muss weg“ oder  „Zündet das Haus einfach an und Ruhe ist –  fertig“ schere ich mich keinen Deut um das Ansehen Deutschlands in der Welt. Ich habe Angst um die Menschen, die solchermaßen bedroht werden.

Ich bin sogar froh, dass die Welt zur Kenntnis nimmt, wie im Jahr 21 nach Lichtenhagen ein rassistischer Mob Häuser, in denen Schutzsuchende leben, bedroht. Denn nur so lässt sich ein neues Lichtenhagen verhindern. Und ich freue mich, dass es Menschen gibt, die ähnlich denken.

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Homophobe Truther die wissen, wie man AIDS heilt

1. Juli 2012

Es gibt dinge, die sollte es nicht geben, und Ereignisse, die niemals eintreten sollten.

So zum Beispiel ein Ereignis, das am 28. Juli 2012 in Duisburg eintreten wird.

An diesem Tage wird in der BRD Geschichte geschrieben: Die Veranstalter des Chistopher Street Day in Duisburg lassen als Hauptact eine Band auftrete, die zutiefst Homophobe Songs Performt.

Das manche Queer versuchen, um jeden Preis in der Mitte der Gesellschaft anzukommen, ist das eine. Das sie dafür Sorgen, das Queer ausgerechnet während eines CSD durch Homophoben „Rap“ Beleidigt werden, stellt aber eine neue Qualität des Anbiederns an „die Gesellschaft“ dar.

Alles, was zu dumm ist, um gesprochen zu werden, wird gesungen (1)

Einer der Songs von „Die Bandbreite“ ist „Kein Sex mit Nazis”(2).

Ein Song, in dem Performt wird, dass „ein Führer Adolf Hitler homosexuell war“, ist schlicht homophobe Gülle! Indem Adolf Hitler eine homosexuelle Orientierung angedichtet wird, stellt der Song in dieser Verbindung Schwulsein als verachtenswerte Eigenschaft dar.

Es ist nicht cool oder irgendwie durch Kunst zu legitimieren, eine Person dadurch ins abseits zu stellen, das man sie als Queer labelt.

Wojna, bürgerlich: Marcel Wojnarowicz, Sänger der Band, schreibt auf Facebook, das man sich bei dem Song des Stilmittels der Persiflage und Ironie bedient hat.

Dann bin ich ja beruhigt.

Die rufe „Du schwules Opfer“ auf deutschen Schulhöfen sind dann auch nicht ernst gemeint ,  dienen nur dazu, den Homophoben Charakter des so Titulierten zu Entlarven! Bin ich froh, das das, was ich als Homophobie wahrnehme, nur Ironisch gemeint ist.

Ich dachte schon, die Menschen, die Wochenende für Wochenende, während der EM 2012 Tag für Tag im Stadion einen Fußballspieler als schwul bezeichnen, wären Arschlöcher. Nun bin ich aufgeklärt: sie benutzen, ebenso wie „Die Bandbreite“, das Stilmittels der Persiflage und Ironie, um über die Qualität der Spieler aufzuklären!

Die Beschreibung, dass Hitler es „mit Rudolf Hess in nem Motel“ getrieben hätte, ist vielleicht für einen schlechten Southpark Witz gut. Für mehr aber auch nicht. Weil der Partner des „Geilen Addi“ zuviel „in Europa unterwegs“ gewesen ist und „der Führer“ keinen „Trost an Evas braunen Titten“ gefunden hat, ist er „voll fanatisch“ gewesen, so Wojna“.

Lasst uns das mal durchdeklinieren: Ein Queer ist einsam, weil sein Partner permanent unterwegs ist, und sucht Trost bei einer Frau, die ihn die diesen nicht bieten kann. Weil das so ist, wird er Fanatisch und zum Anführer eines Industriell durchgeführten Massenmordes.

Hallo, jemand  in Duisburg zuhause? Schon mal nachgedacht, was hier behauptet wird?

Darüber hinaus bedient der Song das gängige Klischee des omnipotenten Schwulen, indem Schwulsein auf Sex reduziert wird und alle anderen Aspekte schwulen Lebens ignoriert werden.

Homophobie ist eben nicht nur die offene Abwertung von Queer, sondern auch gereimter Dreck, den „Rap“ zu nennen ich mich weigere, der gängige Klischees bedient.

Solch eine Kackscheiße muss kein Mensch hören. Naja, es sei denn, man veranstaltet den CSD Duisburg. Dann glaubt man, man muss das allen anwesenden Queer zumuten und diese Zumutung auch noch offen verteidigen!

Die Rechtfertigung der CSD Veranstalter im übrigen, nach dem Motto „die sind nicht homophob, die haben homosexuelle freunde“ vorgetragen, ist wohl eher Buddelkasten und so ohne Niveau, als tatsächliches Argument für die Einladung dieser Band zu einem Politischen Event wie den CSD.(3)

Dreck an Dreck und kein Ende

Nun mögen die Macher des Duisburger CSD ja bezüglich des Bandbreite Machwerks „Kein Sex mit Nazis“ noch an Ironie glauben. Man mag es ihnen sogar abnehmen.

Das sie den Auftritt einer Band, die ein Elaborat wie „AIDS“ (2) absondert, zulassen, sagt aber viel über ihre intellektuelle Stärke aus.

In dieser Vertonung des Buchs „Die geplanten Seuchen. AIDS, SARS und die militärische Genforschung“ von Wolfgang Eggert lässt den Hörer abwechselnd vor lachen und vor verzweiflung Bittere Tränen weinen.

Größenwahnsinnig geh es los; „Ich belege die Wege des Virus, nenn‘ mich von mir aus ’nen Revisionist“, rappt „Wojna“ der, um der Seriosität willen, im Video zum Song wie ein Wissenschaftler einen weißen Kittel trägt. Dann behauptet der, nennen wir ihn „Künstler“, „Die Geschichte von AIDS“ sei eine Lüge und AIDS sei in einem Labor als „biologischer Kampfstoff“ gebaut worden.

Auch der Impfgegner quatsch, den Eggert aufgreift, das die Krankheit über eine Hepatitis-Impfung verbreitet worden sei, wird in dem Song untergebracht.  Henry Kissinger und die CIA hätten „Die Ausrottung von Afrikanern“ „ganz gezielt geplant“. Der Akustische Dreck geht so ganze fünf Minuten weiter. „Wojna“ „rappt“ über das Immunsystem und den Aspirin-Wirkstoff ASS als aus seiner Sicht probates Anti-AIDS-Mittel.

Ich weiß ja  nicht, ob die Duisburger CSD Macher an dieser Stelle des Songs eingeplant haben, Aspirin an HIV+ Menschen zu verteilen.

Zuzutrauen ist Leuten, die zulassen wollen, das „AIDS“ bei einem CSD gespielt wird, alles!

Und Herausreden, man habe das alles nicht gewusst, ist in diesem Fall auch nicht drin: Auf ihrer Webseite gibt „Die Bandbreite“das Seuchen-Verschwörungs-Buch von Wolfgang Eggert als eine von zwei Quellen für den „Rap“ an:

„Vorlage für den Song ›AIDS‹, der auf unserem aktuellen Album ›Reflexion‹ erschienen ist, war neben der Broschüre des Wissenschaftsjournalisten Christoph Klug ›AIDS in Afrika‹ auch das Buch ›Die geplanten Seuchen‹ von Wolfgang Eggert. (…) Zwei voneinander vollkommen unabhängige Quellen lieferten uns nahezu identische Inhalte über die Herkunft des HI-Virus. (…) Unserer Meinung nach bieten wir mit unserem jüngsten Clip die wahrscheinlich plausibelste Theorie für den Ursprung des Immunschwäche-Virus an.“

Das Lasse ich einfach unkommentiert stehen! Einen Solchen Rotz durch Widerspruch zu Adeln, ihn als Diskussionswürdig durch Gegenargumente zu Betrachten, kommt mir vor wie der Tanz auf den Gräbern der an Aids verstorbenen!

Jeder hat die Freunde, die er Verdient

Wer, wie „Die Bandbreite“, auf Verschwörungstheoretischen „Anti-Zensur-Kongressen“ mit Reichsbürgern, Holocaustleugnern, Freigeldverfechtern und Vertretern der Neuen Germanischen Medizin oder im Umfeld der Schweizer Volkspartei auftritt und sich selber für Links, gar Emanzipatorisch hält, der muss sich fragen lassen, ob er einen an der Waffel hat. Nun stellt sich diese Frage bei der Bandbreite nicht wirklich und ist Rhetorischer Natur.

Und jemanden, der eine Band zu einem CSD einlädt, deren Musik von Reichsbürgern, Holocaustleugnern, Freigeldverfechtern und Vertretern der Neuen Germanischen Medizin gehört wird, sollte mal überprüfen, wo genau er Mensch verortet, deren Freunde Leute sind, die Queer für Untermenschen halten.

Aber wahrscheinlich interpretiere ich das alles falsch. Der Auftritt von „Die Bandbreite“ bei der SVP (schweizerische Volkspartei), die Eindeutige homophobe Tendenzen hat, diente wahrscheinlich dem Ziel, danach ernsthafte Gespräche über Homophobie zu führen.

Der „Aids“ Song ist wahrscheinlich nur als Persiflage gedacht, um auf die niedrige Qualität  das Seuchen-Verschwörungs-Buch von Wolfgang Eggert hinzuweisen.

By the way: die Fahrzeit zum CSD in Köln beträgt mit der Bahn nicht einmal eine Stunde und ich hoffe, das die Duisburger Mitglieder der Piratenpartei sich schon mit den Kölnern verabredet haben.

Nachtrag:

Ich habe extra keine Video von „Die Bandbreite“ oder deren HP als Quelle angegeben und verlinkt. Allein der Gedanke daran, das jemand von diesem Blog aus auf diese intellektuellen Totalausfälle zugreift, ist mir zuwider.

  1. François Marie Arouet (Voltaire)
  2. http://reflexion-blog.com/?p=618
  3. http://www.ruhrbarone.de/bandbreite-auf-dem-csd-in-duisburg/