Posted tagged ‘CSD’

#BuntSpenden unterstützen, denn es gibt kein Blut erster und Zweiter Klasse

21. Juni 2014

tl;dr Menschen aufgrund von Vorurteilen vom Blutspenden auszuschließen ist nicht nur Diskriminierend, sondern auch nicht hilfreich! Darum „Bunt Spenden“ unterstützen und hier unterschreiben


Diesen Sommer wird Flagge gezeigt, und das nicht nur beim Fußball. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der Christopher Street Day e. V. Berlin und DDB Tribal Berlin starten eine Petition gegen eine immer noch aktuelle Diskriminierung: Bi- und homosexuelle Männer dürfen hierzulande auch 2014 kein Blut spenden. Los geht’s mit einem echten Heimspiel vor 700.000 Menschen auf dem Christopher Street Day (CSD) am 21. Juni 2014.“  Mit diesen Worten Kündigt der LSVD die Aktion „Bunt Spenden“ an. Die Frage, ob ihr Blut schlechter ist als das Anderer, stellen sich seit Jahren viele Menschen.

In Deutschland gibt es Blut erster und zweiter Klasse

Wer als Mann einmal (!) in seinem Leben Sex mit einem Mann hatte, darf sein ganzes Leben lang weder Blut noch Knochenmark spenden. Wenn er lebend Organe spenden will, so darf ein Arzt ihn, ohne weitere Begründung von der Spende ausschließen. Einzig Toten wird in der Bundesrepublik dem Mann der (einmalige) Sex mit einem Mann verziehen.

Doch nicht nur Einmaliger Sex mit einem Mann ist ein Ausschlussgrund bis zum Grab.
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„#Molligate“, Unwahrheiten von #Piraten und die Instrumentalisierung des @LSVD

16. Juni 2014

Tl;dr Wie Unwahrheiten von #Piraten über Positionen und Handlungen des @LSVD Arbeit beschädigen

Seit Monaten schwirren in der Piratenpartei Gerüchte umher, die das Verhältnis von LSVD und verschiedener anderer lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queer (LSBTTIQ) Gruppen zu den Piraten betreffen.

Auslöser soll die Aktion der Femen am 7. Februar vor der russischen Botschaft gewesen sein („#Moligate“), bei der auch ein Femen Mitglied beteiligt war, das gleichzeitig Mitglied der Piratenpartei ist. Aufgrund dieser Aktion sollen diverse Verbände, Bedenken wegen der Zusammenarbeit mit den Piraten und Queeraten haben. So wurde auch behauptet, dass der LSVD bedenken habe, Piraten und Queeraten künftig zu Aktionen einzuladen.

Diese Behauptung schreckte Mitglieder des LSVD auf, da ein solches Verhalten den Grundsätzen und Regeln des LSVD widersprechen würde. Sie haben das getan, was man bei Gerüchten immer tun sollte: sie haben nachgefragt. So auch ich.

Eine Erfundene LSVD Position zum „#Moligate“

Das Ergebnis dieser Nachfrage kann hier nachgelesen werden, für Lesefaule folgt hier die Zusammenfassung:

Als Beweis für die Behauptung, dass der LSVD sich mit der Aktion der Femen („#Moligate“)  auseinandergesetzt und nun Probleme mit der Piratenpartei habe, präsentiert Ali @AliCologne Utlu eine Mail von Tobias Zimmermann an ihn.

Er  schreibt auf seinem Blog dazu, es handele sich bei dieser Mail um eine von vielen Stellungnahmen von Verbänden „bezüglich des #Molligates„. Es wird von Ali als „LSVD zum #Molligate„, also explizit als das Statement des LSVD bezeichnet.
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Homophobe Truther die wissen, wie man AIDS heilt

1. Juli 2012

Es gibt dinge, die sollte es nicht geben, und Ereignisse, die niemals eintreten sollten.

So zum Beispiel ein Ereignis, das am 28. Juli 2012 in Duisburg eintreten wird.

An diesem Tage wird in der BRD Geschichte geschrieben: Die Veranstalter des Chistopher Street Day in Duisburg lassen als Hauptact eine Band auftrete, die zutiefst Homophobe Songs Performt.

Das manche Queer versuchen, um jeden Preis in der Mitte der Gesellschaft anzukommen, ist das eine. Das sie dafür Sorgen, das Queer ausgerechnet während eines CSD durch Homophoben „Rap“ Beleidigt werden, stellt aber eine neue Qualität des Anbiederns an „die Gesellschaft“ dar.

Alles, was zu dumm ist, um gesprochen zu werden, wird gesungen (1)

Einer der Songs von „Die Bandbreite“ ist „Kein Sex mit Nazis”(2).

Ein Song, in dem Performt wird, dass „ein Führer Adolf Hitler homosexuell war“, ist schlicht homophobe Gülle! Indem Adolf Hitler eine homosexuelle Orientierung angedichtet wird, stellt der Song in dieser Verbindung Schwulsein als verachtenswerte Eigenschaft dar.

Es ist nicht cool oder irgendwie durch Kunst zu legitimieren, eine Person dadurch ins abseits zu stellen, das man sie als Queer labelt.

Wojna, bürgerlich: Marcel Wojnarowicz, Sänger der Band, schreibt auf Facebook, das man sich bei dem Song des Stilmittels der Persiflage und Ironie bedient hat.

Dann bin ich ja beruhigt.

Die rufe „Du schwules Opfer“ auf deutschen Schulhöfen sind dann auch nicht ernst gemeint ,  dienen nur dazu, den Homophoben Charakter des so Titulierten zu Entlarven! Bin ich froh, das das, was ich als Homophobie wahrnehme, nur Ironisch gemeint ist.

Ich dachte schon, die Menschen, die Wochenende für Wochenende, während der EM 2012 Tag für Tag im Stadion einen Fußballspieler als schwul bezeichnen, wären Arschlöcher. Nun bin ich aufgeklärt: sie benutzen, ebenso wie „Die Bandbreite“, das Stilmittels der Persiflage und Ironie, um über die Qualität der Spieler aufzuklären!

Die Beschreibung, dass Hitler es „mit Rudolf Hess in nem Motel“ getrieben hätte, ist vielleicht für einen schlechten Southpark Witz gut. Für mehr aber auch nicht. Weil der Partner des „Geilen Addi“ zuviel „in Europa unterwegs“ gewesen ist und „der Führer“ keinen „Trost an Evas braunen Titten“ gefunden hat, ist er „voll fanatisch“ gewesen, so Wojna“.

Lasst uns das mal durchdeklinieren: Ein Queer ist einsam, weil sein Partner permanent unterwegs ist, und sucht Trost bei einer Frau, die ihn die diesen nicht bieten kann. Weil das so ist, wird er Fanatisch und zum Anführer eines Industriell durchgeführten Massenmordes.

Hallo, jemand  in Duisburg zuhause? Schon mal nachgedacht, was hier behauptet wird?

Darüber hinaus bedient der Song das gängige Klischee des omnipotenten Schwulen, indem Schwulsein auf Sex reduziert wird und alle anderen Aspekte schwulen Lebens ignoriert werden.

Homophobie ist eben nicht nur die offene Abwertung von Queer, sondern auch gereimter Dreck, den „Rap“ zu nennen ich mich weigere, der gängige Klischees bedient.

Solch eine Kackscheiße muss kein Mensch hören. Naja, es sei denn, man veranstaltet den CSD Duisburg. Dann glaubt man, man muss das allen anwesenden Queer zumuten und diese Zumutung auch noch offen verteidigen!

Die Rechtfertigung der CSD Veranstalter im übrigen, nach dem Motto „die sind nicht homophob, die haben homosexuelle freunde“ vorgetragen, ist wohl eher Buddelkasten und so ohne Niveau, als tatsächliches Argument für die Einladung dieser Band zu einem Politischen Event wie den CSD.(3)

Dreck an Dreck und kein Ende

Nun mögen die Macher des Duisburger CSD ja bezüglich des Bandbreite Machwerks „Kein Sex mit Nazis“ noch an Ironie glauben. Man mag es ihnen sogar abnehmen.

Das sie den Auftritt einer Band, die ein Elaborat wie „AIDS“ (2) absondert, zulassen, sagt aber viel über ihre intellektuelle Stärke aus.

In dieser Vertonung des Buchs „Die geplanten Seuchen. AIDS, SARS und die militärische Genforschung“ von Wolfgang Eggert lässt den Hörer abwechselnd vor lachen und vor verzweiflung Bittere Tränen weinen.

Größenwahnsinnig geh es los; „Ich belege die Wege des Virus, nenn‘ mich von mir aus ’nen Revisionist“, rappt „Wojna“ der, um der Seriosität willen, im Video zum Song wie ein Wissenschaftler einen weißen Kittel trägt. Dann behauptet der, nennen wir ihn „Künstler“, „Die Geschichte von AIDS“ sei eine Lüge und AIDS sei in einem Labor als „biologischer Kampfstoff“ gebaut worden.

Auch der Impfgegner quatsch, den Eggert aufgreift, das die Krankheit über eine Hepatitis-Impfung verbreitet worden sei, wird in dem Song untergebracht.  Henry Kissinger und die CIA hätten „Die Ausrottung von Afrikanern“ „ganz gezielt geplant“. Der Akustische Dreck geht so ganze fünf Minuten weiter. „Wojna“ „rappt“ über das Immunsystem und den Aspirin-Wirkstoff ASS als aus seiner Sicht probates Anti-AIDS-Mittel.

Ich weiß ja  nicht, ob die Duisburger CSD Macher an dieser Stelle des Songs eingeplant haben, Aspirin an HIV+ Menschen zu verteilen.

Zuzutrauen ist Leuten, die zulassen wollen, das „AIDS“ bei einem CSD gespielt wird, alles!

Und Herausreden, man habe das alles nicht gewusst, ist in diesem Fall auch nicht drin: Auf ihrer Webseite gibt „Die Bandbreite“das Seuchen-Verschwörungs-Buch von Wolfgang Eggert als eine von zwei Quellen für den „Rap“ an:

„Vorlage für den Song ›AIDS‹, der auf unserem aktuellen Album ›Reflexion‹ erschienen ist, war neben der Broschüre des Wissenschaftsjournalisten Christoph Klug ›AIDS in Afrika‹ auch das Buch ›Die geplanten Seuchen‹ von Wolfgang Eggert. (…) Zwei voneinander vollkommen unabhängige Quellen lieferten uns nahezu identische Inhalte über die Herkunft des HI-Virus. (…) Unserer Meinung nach bieten wir mit unserem jüngsten Clip die wahrscheinlich plausibelste Theorie für den Ursprung des Immunschwäche-Virus an.“

Das Lasse ich einfach unkommentiert stehen! Einen Solchen Rotz durch Widerspruch zu Adeln, ihn als Diskussionswürdig durch Gegenargumente zu Betrachten, kommt mir vor wie der Tanz auf den Gräbern der an Aids verstorbenen!

Jeder hat die Freunde, die er Verdient

Wer, wie „Die Bandbreite“, auf Verschwörungstheoretischen „Anti-Zensur-Kongressen“ mit Reichsbürgern, Holocaustleugnern, Freigeldverfechtern und Vertretern der Neuen Germanischen Medizin oder im Umfeld der Schweizer Volkspartei auftritt und sich selber für Links, gar Emanzipatorisch hält, der muss sich fragen lassen, ob er einen an der Waffel hat. Nun stellt sich diese Frage bei der Bandbreite nicht wirklich und ist Rhetorischer Natur.

Und jemanden, der eine Band zu einem CSD einlädt, deren Musik von Reichsbürgern, Holocaustleugnern, Freigeldverfechtern und Vertretern der Neuen Germanischen Medizin gehört wird, sollte mal überprüfen, wo genau er Mensch verortet, deren Freunde Leute sind, die Queer für Untermenschen halten.

Aber wahrscheinlich interpretiere ich das alles falsch. Der Auftritt von „Die Bandbreite“ bei der SVP (schweizerische Volkspartei), die Eindeutige homophobe Tendenzen hat, diente wahrscheinlich dem Ziel, danach ernsthafte Gespräche über Homophobie zu führen.

Der „Aids“ Song ist wahrscheinlich nur als Persiflage gedacht, um auf die niedrige Qualität  das Seuchen-Verschwörungs-Buch von Wolfgang Eggert hinzuweisen.

By the way: die Fahrzeit zum CSD in Köln beträgt mit der Bahn nicht einmal eine Stunde und ich hoffe, das die Duisburger Mitglieder der Piratenpartei sich schon mit den Kölnern verabredet haben.

Nachtrag:

Ich habe extra keine Video von „Die Bandbreite“ oder deren HP als Quelle angegeben und verlinkt. Allein der Gedanke daran, das jemand von diesem Blog aus auf diese intellektuellen Totalausfälle zugreift, ist mir zuwider.

  1. François Marie Arouet (Voltaire)
  2. http://reflexion-blog.com/?p=618
  3. http://www.ruhrbarone.de/bandbreite-auf-dem-csd-in-duisburg/